geschichtlichen Abteilung unter Sante arbeiteten Kloevekorn, Zimmermann, der
Saarbrücker Familienforscher, Amtsgerichtsrat Adolf Philipp Fürst, und der Konservator
am Staatlichen Museum für Vor- und Frühgeschichte Josef Keller.
Bongard half in der Abteilung kulturelles Leben. Hellwig selbst leitete zusammen
mit Cartellieri die Wirtschaftsabteilung. Die Abteilung Politik der Saar-Ausstellung
wurde bezeichnenderweise von der Deutschen Front und dem gleichgeschalteten
BSV ausgerichtet.532
Wie in der Ausstellung wurde bei der Auswahl des Werbeplakates auf die politische
Wirkung geachtet. Ende Juni fanden sich unter anderem Flellwig und Keuth
in der Saarbrücker Zentrale von Bürckels Rückgliederungspartei, der Deutschen
Front, ein und bildeten zusammen mit deren Landesleitung und Landespropagandaleitung
das Preisrichterkolleg. Aus zwölf Einsendungen wurde der Entwurf
„Westmark“ des nationalistischen Plakatkünstiers Toni Zepf ausgewählt,53’ da er
die Saar wirkungsvoll in den Zusammenhang mit der gesamten deutschen Westgrenze
stelle.534 Zepf rückte das Saargebiet in den Mittelpunkt seines Plakates,
dessen Grenze zum Reich er punktierte. Die Grenze zu Frankreich hob er stark
hervor und unterstrich sie durch 15 bedrohlich dicht hinter der Grenze aufgepflanzte
Trikoloren.5’5
Vom 26. August bis 15. September 1934 wurde in Köln die Ausstellung „Die
deutsche Saar“ gezeigt. In Anwesenheit Hitlers,536 von Vertretern staatlicher Behörden,
der NSDAP, der Universitäten und vaterländischer Vereinigungen wurde
sie von Goebbels und vom Präsidenten des BSV Gustav Simon, dem Gauleiter
von Koblenz-Trier, eröffnet. Die vom Landesleiter der Deutschen Front geladene
Presse nahm lebhaften Anteil.537 Die Nationalsozialisten waren hocherfreut: Die
schon im Herbst 1930 in der Ausstellung „Volkskunst an der Saar“ zusammengearbeitet;
LASb, SM 52: Keuth an Fox v. 8.10.1930, cf. Keuth an Fox v. 16.10.1930.
5’“ LASb, SM 61: [Fritz Hellwig] Verzeichnis der Mitarbeiter an der Saar-Ausstellung
[26.4.1934], Hellwig an die Abteilungsleiter (hier an Keuth) v. 30.6.1934; cf. BABL, R8037/1 :
Aubin, Wissenschaftliche Unternehmungen der SFG v. 1.10.1933-30.9.1934, 2-3.
533 Gferhard] P[aul], ,„Deutsche Mutter - heim zu Dir!4“ Richtig daheim waren wir nie: Entdeckungsreisen
ins Saarrevier 1815-1955, Hg. Klaus-Michael Mallmann [et al.], 2., korr. Aufl.
(Bonn: Dietz, 1988), 148-56, hier 148.
534 LASb, SM 61: R. Pitz (Ausstellungsbüro Saarbrücken) an Keuth v. 22.6.1934; Protokoll v.
27.6.1934 d. Sitzung des Preisrichterkollegiums am 25.6.1934.
535 Das Plakat ließ sich weder im Historischen Museum der Saar (Gerhard Arnes an den Verf.
v, 9.11.1998), noch im Saarland-Museum (Dr. Christof Trepesch an den Verf. v. 22.12.1998)
oder im LASb (Dr. Läufer an den Verf. v. 23.12.1998) nachweisen. Es bildet das Deckblatt der
Broschüre Die deutsche Saar: Zur Ausstellung in Köln vom 26. Aug. - 30. Sept. 1934 (Saarbrücken:
Becker, 1934), die mir freundlicherweise Herr Hellwig in Fotokopie zusandte.
536 Akten der Reichskanzlei: Regierung Hitler ¡933-1945, Bd. 2: 1934/35, hg. f. d. Historische
Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften v. Hans Günter Hockerts f. d.
Bundesarchiv v. Friedrich P. Kahlenberg, Bearb. Friedrich Hartmannsgruber (München: Oldenbourg,
1999), 1019.
537 LASb, SM 61: Einladung zum Presseempfang anläßlich der Ausstellungseröffnung am
25.8.1934 mit Begrüßung durch Landesleiter Pirro von der DF; cf. AAE, Sarre 281, f. 110:
François-Poncet an MAE v. 22.1.1934; AAE, Sarre 282, f. 125-33: Botschaftssekretär Jean
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