dessen gute Verbindungen zur westdeutschen Industrie das wirtschaftliche
Ausstellungskonzept absicherten, des jungen Direktors des Saarwirtschaftsarchives
Hellwig.
Fritz Hellwig
Der Wirtschaftshistoriker und Volkswirt Fritz Hellwig wurde am 3. August 1912
in Saarbrücken geboren.510 Er studierte an den Universitäten Marburg, Wien und
Berlin Philosophie, Volkswirtschaft, Geschichte und Staatenkunde. Im Mai 1934
promovierte er bei Oncken in Berlin mit einer Arbeit über die Saarpolitik
Napoleons III. und habilitierte sich 1936 in Heidelberg. Im selben Jahr nahm
Hellwig an der von Fritz Braun und der Mittelstelle Saarpfalz „Landsleute
drinnen und draußen“ organisierten Batschkafahrt teil. Dieses Zusammentreffen
mit dem Auslandsdeutschtum öffnete ihn für Volksdeutsche Ideen, woraus 1937
seine Probevorlesung im Rahmen des Habilitationsverfahrens an der Universität
Heidelberg hervorging.-11
Mit Broschüren und persönlichen Einsätzen engagierte er sich 1934 im Saarkampf.
Hellwig verfasste einen Beitrag in den Grundlagen des Saarkampfes512 515 und für das
internationale Publikum die Broschüre Saargebiet und Saarfrage, die ins Englische,
Spanische und Französische übersetzt wurde.M' Vom BSV-Funktionär Karl
Ollmert,'’14 der im Berliner Saaramt der NSDAP arbeitete, wurde Hellwig angeworben,
mit ihm zusammen das im preußischen Innenministerium einliegende Aktenmaterial
über das Saargebiet zu sichten und propagandistisch auszuwerten. Diese
Arbeiten wurden vom Propagandaministerium finanziert.51- Ihre Ergebnisse fassten
Hellwig und Ollmert als Chronologie der „Saar unter Fremdherrschaft“ in Bürckels
510 Hesse, Professoren, 342-44. Vervollständigt wurde die Biographie Hellwigs durch Unterlagen
aus dem BDC; Hellwigs eigene Angaben (Gespräch vom 9.1.1999); solche in der „Liste
der Bestände des Landesarchives Saarbrücken“ v. 1.12.1994, 26; Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender
1940/41, Hg. Gerhard Lüdtke, 6. Ausg. (Berlin: de Gruyter, 1941), 1: 688-89;
DBA 11, 556: 369-72 und durch Wer ist wer? Das deutsche Who's Who: Deutsche Prominenz
auf CD-ROM, 33. Ausg. 1994/95 (Lübeck: Schmidt-Römhild / Fürth: EP: 1994).
511 Gespräch mit Fritz Hellwig am 9.1.1999, cf. die in der Sammlung Hellwig des LASb einliegenden
Bücher zur Batschkafahrt 1936.
512 Hellwig, „Deutsche Saarbevölkerung“, 74-82.
513 AAE, Sarre 283/1: Fritz Hellwig, Le territoire et le problème de la Sarre (Hambourg/Paris:
Maison d’éd. franco-allemandes [1934]); cf. Gendir. der Sûreté an MAE v. 5.12.1934.
514 Gerhard Paul, Klaus-Michael Mallmann, Milieus und Widerstand: Eine Verhaltensgeschichte
der Gesellschaft im Nationalsozialismus, Widerstand und Verweigerung im Saarland 1935-1945,
3 (Bonn: Dietz, 1995), 46, 102; „Redakteur Karl Ollmert, Saarbrücken“, Der Saar-Befreiungskampf
im Reich 1918-1935, Hg. Theodor Vogel, Saargebietsschutz, Geschäftsstelle „Saar-Verein“
Berlin, Bund der Saarvereine, Der Saar-Freund, Schlussbd. (Berlin: Dt. Zentraldr., 1935), 215,
363-64; AAE, Allemagne 415, f. 188r-189r: Vermerk der Reko v. 29.7.1920.
515 Von der CURA, einer Gesellschaft des RMVP, erhielt Ollmert hierfür 2944,10 RM; BABL,
R55/752, f. 2: CURA GmbH über Konto Saarabstimmung v. 31.10.1935; cf. f. 12-13: Geleistete
Zahlungen für Saarabstimmung bis Ende Mai 1934.
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