wurden alle wichtigen staatlichen Stellen beliefert. Auch Hitlers Staatssekretär
Heinrich Lammers dankte für das „gediegene und aufschlussreiche Werk“ und
äußerte die Überzeugung, dass es „die volle Anerkennung des Herrn Reichskanzlers
finden“ werde.48'’ Beim Propagandaministerium erwirkte Sante, dass der Saar-Atlas
auf eine Liste von 24 empfehlenswerten Saarbtichem der Reichsschrifttumsstelle
gesetzt wurde. Den Dienstweg über das Außenministerium missachtend, schickte das
Propagandaministerium den Saar-Atlas direkt an deutsche Auslandsvertretungen.48<’
Sante übernahm die Verteilung des Saar-Atlasses an die Schulen und kulturellen
Verbände im Saargebiet und sandte ihn an Ministerien, Rezensenten und Hochschulen.487
Er ließ es sich nicht nehmen, zwei Monate vor der Volksabstimmung
Tardieu, dem französischen Unterhändler bei den Versailler Friedensverhandlungen,
persönlich ein Exemplar zukommen zu lassen: „Wir haben Ihren Namen
bei der Vorbereitung des derzeitigen Saarstatutes immer wieder gefunden, Sie
haben in Ihren damaligen Denkschriften oft und gern die Geschichte und die
Wirtschaftsgeographie der Saarlande angeführt, um die politischen Ansprüche zu
stützen. Wir glauben daher, voraussetzen zu dürfen, daß Ihnen eine wissenschaftliche
Darstellung der Stellung der Saarlande nicht unwillkommen sein wird,
wenn im nächsten Jahre das ,Saargebief wieder zum übrigen Reich zurückkehrt.“488
Das Interesse am Saar-Atlas nahm nach der Rückgliederung des Saargebietes
schlagartig ab. Er war „aus der Rolle des politischen Aufklärungswerkes in
die Rolle des wissenschaftlichen Heimatwerkes hinübergewechselt“ und der
Verlag hatte Mühe, die Hunderte übrig gebliebener Exemplare zu verkaufen.489
Das Lesebuch zum Saar-Atlas
Zusätzlich zum Saar-Atlas bat das Auswärtige Amt Sante um ein politisches
Werk zur Saargebietsfrage.490 Zusammen mit dem Dozenten an der Deutschen
(1996), 155-86, hier 160. 1932 plante die SFG eine Erstauflage des Saar-Atlasses von 2000-3000
Stück; HessHStA, 1150/70: Haslinde, Bublitz, Besprechung am 17.3.1932, 2.
488 BAKo, R43I/254, f. 133: L[ammers] (Reichskanzlei) an Schmidt-Ott v. 11.4.1934.
486 HessHStA, 1150/73: Sante an C. Kuhlmann (RMVP) v. 16.11.1934, Sante an Flicek v.
7.12.1934; cf. Kuhlmann an Sante v. 28.11.1934; Sante an Kuhlmann v. 7.12.1934; PAAA,
R75453: Dt. Konsulat in Graz an das RMVP v. 14.5.1935; BABL, R1501/26807, f. 239:
D[onnevert], Aktenvermerk v. 1.11.1933.
487 HessHStA, 1150/46: Sante, SFG und Kulturpolitik [ca. Anfang 1938], 30; HessHStA,
1150/63: Donnevert an Sante v. 16.10.1934. HessHStA, 1150/73: z. B. an Prof. Ganshof in
Gent (Sante an Ganshof v. 13.11.1934); cf. Sante an Flicek v. 24.1.1935; Kölnische Volkszeitung
(28.11.1934); Der deutsche Rundfunk, 12 (2.12.1934): „Bücher zu Weihnachten“; H. J.
van de Wijer, Nieuw Viaanderen (cf. Sante an Wijer v. 9.1.1935); Wunderlich, Staatsanzeiger
für Württemberg (29.12.1934); Deutsche Wacht: Organ der National-Sozialistischen Bewegung
in Uruguay (28.12.1934); Reichstauschstelle im RMWEuV an Sante v. 16.2.1935; Der
Deutsche Erzieher (23.2.1935); Michael T[imothy] Florinsky, The Saar Struggle (New York:
Macmillan, 1934), x; E. C. Helmreich, „[Review] Saar-Atlas'’'", UAHd, 1/66: Historisches
Seminar an [Sante] v. 3.12.1934.
488 HessHStA, 1150/73: Sante an Tardieu v. 13.11.1934.
489 LASb, SM 45: Justus Perthes an Keuth v. 10.3.1936.
490 HessHStA, 1150/46: Sante vertraulich an Zipfel v. 4.8.1939: Lebenslauf.
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