Senke gedient,42 betonte Overbeck und breitete die bekannten Schlüsseldaten der
deutsch-französischen Grenzgeschichte aus. Ein Stabdiagramm im Saar-Atlas stelle
die Zeitdauer der politischen Zugehörigkeit der Saarlande zu Frankreich als verschwindend
klein dar: „So wird der französischen Zeit die episodenhafte Stellung
im Schi[c]ksal des Saarlandes eingeräumt, die sie kennzeichnet.“* 428
Hermann Overbeck
Hermann Overbeck, am 21. März 1900 in Aachen geboren,429 studierte 1918-22 in
Freiburg und Frankfurt Geographie, Geologie, Geschichte, Betriebs- und Volkswirtschaftslehre
und schloss im Sommersemester 1922 in Frankfurt mit dem
Handelslehrerdiplom ab. An der Handelsschule der Stadt Aachen trat er in den
Schuldienst. Über seinen Doktorvater hatte Overbeck Kontakte zur Leipziger
Stiftung und zur WFG. 1927-30 war er Assistent am Geographischen Institut der
TH Aachen.430 1928 promovierte er an der Universität Frankfurt in Geographie
mit einer kulturmorphologischen Arbeit.431 Von Ende 1929 bis Anfang 1935 war
Overbeck für die SFG vom Aachener Schuldienst beurlaubt.432 Im Sommer 1930
habilitierte er an der TH Aachen im Fach „Geographie mit besonderer Berücksichtigung
der Grenzlandkunde“43' mit der im Auftrag der SFG entstandenen
Schrift über „Das Industriegebiet an der mittleren Saar“. Overbecks Aktualitätsbezug
wurde gelobt: „Mit wissenschaftlichem Rüstzeug werden die Gründe
entwickelt, warum das Saarrevier unbedingt wieder in das deutsche Wirtschaftssystem
eingegliedert werden muss und welche Mittel angewandt werden müssen,
um die in der Nachkriegszeit erfolgte einseitige Orientierung nach Westen, die
wegen der Zunahme des lothringischen Kohlenbergbaues immer aussichtsloser
wird, rückgängig zu machen.“434
42 Eine These, die Albert Perizonius, Der deutsch-französische Kriegsraum im Stromgebiet des
Rheins von Ludwig XIV. bis zur Gegenwart: Eine Untersuchung zur Frage der Kontinuität der
französischen Einmarschstrassen, [Teildr.] Schriften der kriegsgeschichtlichen Abteilung im
historischen Seminar der Friedrich-Wilhelm-Universität Berlin, 1 (Dessau: Dünnhaupt [1933]),
zu einer Dissertation ausbaute.
428 BayHStA, MA 108204: Overbeck, „Saar-Atlas“ [6], cf. [5].
429 Zur Biographie Overbecks: Hesse, Professoren, 551-52. Hier wurde die Konfession fälschlich
als katholisch angegeben. Overbeck war evangelisch; BADH, ZA V/182, f. 392v: Ernennung
Overbecks zum Oberstudienrat v. 20.12.1941; DBA II, 977: 129.
4311 BADH, ZA V/182, f. 392-93: Ernennung Overbecks zum Oberstudienrat v. 20.12.1941;
Fahlbusch, Wissenschaft, 407.
431 Hermann Overbeck, „Das Werden der Aachener Kulturlandschaft (Beiträge zu einer kulturmorphologischen
Betrachtung der Landschaft um Aachen)“, Aachener Beiträge zur Heimatkunde,
H. 4 (Aachen: La Ruelle, 1928).
432 HessHStA, 1150/57: Bongard an Bürgermeister Dr. Mundt (Schuldezement der Stadt
Aachen) v. 8.9.1928; Bongard an Dir. Dr. M. Schmid (Aachen) v. 8.9.1928, Overbeck an
Mundt v. 20. u. v. 21.10.1930, OB Aachen an Ministerialrat v. 28.10.1930.
433 HAAc: Technische Hochschule Aachen: Verzeichnis der Vorlesungen und Übungen für das
Winterhalbjahr 1930/31 ([Aachen] Aachener Verl.- u. Druck.-Ges. [1930]), 93.
434 HAAc, 3102-A, 7, f. 3r: Korreferat Prof. E. Blümels v. 19.6.1930; cf. f. 4r: Referat Prof.
Max Eckerts v. 10.6.1930.
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