Full text : Volk, Reich und Westgrenze

Sante  brachte  wenn  nötig  die  einzelnen  Artikel  auf  Linie.358  Jedes  Doppelheft  war
einem  Themenschwerpunkt  gewidmet.  1932  brachte  Sante  der  Tagungen  entsprechend
  eine  Saarlouiser,  St.  Wendeier  und  Saarpfälzische  Nummer  heraus.  Für
1933  war  an  Merzig  und  die  saarländische  Industrielandschaft  und  Familienkunde
gedacht.  Das  Juni-Heft  1934  war  der  deutschen  Kultur  an  der  Saar  gewidmet.3''4
1932  veranstaltete  die  Arbeitsgemeinschaft  Saarländischer  Heimatvereine  und
Heimatmuseen  drei  Tagungen,  in  Saarlouis,  St.  Wendel  und  Homburg,  die  in
augenfälliger  Anleihe  bei  der  WFG  sämtlich  nach  demselben  Plan  abliefen.  Auf
eine  öffentliche  Versammlung  mit  ein  oder  zwei  kurzen  Vorträgen  folgte  Anschauungsunterricht
  in  geschlossenen  Exkursionen  und  Schulungsfahrten.  Die
Vorträge  wurden  mitgeschrieben  und  in  den  Vereinen  wiederholt.360  Im  April
1932  reihten  Steinbach  und  Overbeck  in  Saarlouis,  „nur  sieben  Kilometer  hinter
der  Grenze“,361  die  saarländische  Situation  in  die  große  Reihe  der  deutschen
Grenzkämpfe  ein,  um  ,jener  gefährlichen  Verengung  des  politischen  Blickes  nur
auf  das  Saargebiet  vorzubeugen,  gefährlich,  weil  sie  eine  gute  Grundlage  für  die
französische  Propaganda  zu  Gunsten  des  statusquo“  sei.  Overbeck  verglich  das
Saargebiet  mit  Oberschlesien  und  Südtirol,  während  Steinbach  die  Saarfrage  in
die  Geschichte  der  deutschen  Westgrenze  einreihte.362
Die  Mitglieder  der  Arbeitsgemeinschaft  konzentrierten  ihre  Schulung  auf  öffentlich
wirksame  Personen.  Nach  dem  Erscheinen  des  Saar-Atlasses  unterrichtete  Sante  die
saarländischen  Lehrer  in  den  Kreisen  in  dessen  Gebrauch.  Im  Saardeutschen
Heimatkulturverband  unter  der  Führung  von  Mailänder  leitete  Sante  1934  die
Schulungskurse  der  Obleute.  Weitere  Mitglieder  der  SFG  standen  Fachgruppen  des
Heimatkulturverbandes  vor,  Kloevekom  der  geschichtlichen,  Lehnert  der  mundartlichen
  und  Keuth  der  Fachgruppe  Heimatmuseen.  Fox  leitete  die  volkskundliche
und  Lehrer  Hermann  Diehl  aus  Saarbrücken  die  geopolitische  Fachgruppe.363  1  934
lief  die  Arbeitsgemeinschaft  aus.  Staatliche  Schulungskurse  außerhalb  des  Saargebietes
  hatten  ihre  Aufgaben  übernommen  und  unterwiesen  unter  Mitwirkung  der
SFG-Mitglieder  Saarländer  gruppenweise  in  der  Saarfrage.364  Mit  der  organisatorischen
  Hilfe  der  saarländischen  Kulturvereinigungen  erreichten  die  Argumente

08  HessHStA,  1150/63:  Sante  an  Overbeck  v.  5.11.1934,  3;  Linsmayer,  Politische  Kultur,  361.
04  HessHStA,  1150/46:  Sante,  SFG  und  Kulturpolitik  [ca.  Anfang  1938],  28;  LASb,  SM  49:
Sante,  Jahresversammlung  am  19.2.1933,  3-4;  Sante  an  Keuth  v.  5.5.1934.
360  HessHStA,  1150/46:  Sante,  SFG  und  Kulturpolitik  [ca.  Anfang  1938],  28;  LASb,  SM  49:
Sante,  Jahresversammlung  am  19.2.1933,  7;  cf.  Schöttler,  „Historische  ,Westforschung4“,  210.
361  HessHStA,  1150/46:  Sante,  SFG  und  Kulturpolitik  [ca.  Anfang  1938],  28;  cf.  LASb,  SM  49:
Sante,  Jahresversammlung  am  19.2.1933,  4-5.
62  ALVR,  3794,  f.  30:  Sante,  Denkschrift  über  die  Wissenschaftspflege  und  Heimatforschung
an  der  Saar  v.  20.4.1932;  cf.  Linsmayer,  Politische  Kultur,  361.
363  LASb,  SM  49:  Mailänder  v.  15.1.1934.
364  HessHStA,  1150/46:  Sante,  SFG  und  Kulturpolitik  [ca.  Anfang  1938],  29,  30.

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