für 6.434 Taler auf der Grube eine kleine Gasanstalt, die am 28. Dezember
1863 in Betrieb ging. Das Gaswerk bestand aus zwei Öfen mit
zwei beziehungsweise drei Tonretorten, einem Kondensator, einem
Skrubber zur Nassreinigung der Gase, zwei weiteren Reinigern und einem
Gasbehälter von 2.500 Kubikfuß. Es lieferte Gas für 33 Büroflammen
und 114 Werkstattflammen. 6 Außerdem erfolgte hierüber die
Beleuchtung der umliegenden Straßen, Plätze und der Bahnstation.
Der Maschinenanwärter Christian Klar, der auf der schon bestehenden
Gasanstalt auf Grube Dudweiler angelernt worden war, übernahm den
Betrieb der Anstalt. 8
Im ersten Betriebsjahr lag der Absatz bei 813.000, im Jahr darauf bereits
bei weit über eine Mio. Kubikfuß."9 In den folgenden Jahren
erhielten weitere Betriebsgebäude Anschluss an das Leitungssystem,
1866 bestimmte der Oberberghauptmann Krug von Nidda auf einer
seiner Grubenbereisungen, dass noch vor dem kommenden Winter auf
der Kanalhalde Gasbeleuchtung zu installieren sei.76 80
Bei der gleichen Gelegenheit schlug von Nidda auch auf der Hafenanlage
bei Saarbrücken die Einrichtung einer Gasbeleuchtung vor, um mit
Hilfe derselben im Stande zu sein, "während der Frühjahrs- und Herbstmonate
die Verladung der Kohlen in die Schiffe unabhängig von der Hänge der Tageszeit
nach Bedürfnis eventuell auch über diese hinaus fortsetzen zü können"V Dabei
standen entweder der Bau einer eigenen kleinen Gasanstalt oder der
Anschluss an das städdsche Gaswerk von St. Johann-Saarbrücken zur
Disposition. Da der zuständige Beamte die Kosten einer eigenen Gasanstalt
auf mindestens 7.000 Taler taxierte, die St. Johanner Gasgesellschaft
Raupp & Cie. aber in Aussicht stellte, die Leitungen von der
Dudweiler Straße bis zur Kohlwaage selbst zu verlegen und das Gas zu
dem ermäßigten Preis von einem Taler 25 Silbergroschen pro Kubikfuß
abzugeben, entschied sich die Bergwerks-Direktion zum Bezug von
Fremdgas.82 Anfangs bestand die Beleuchtungsanlage an der Sturzbahn,
dem fiskalischen Magazin, dem Büro der Hafenanstalt und der Bahnstation
Malstatt aus 74 Flammen.
76 Vgl. Schilling (1868), S. 204
77 Vgl. Ilgen (1874), S. 58
8 LA Sbr. Rep. 564/704: Betrieb der Gasanstalt vom 23.11.1863
9 LA Sbr. Rep. 564/704: Bericht über die Gasbereitung auf der Grube Gerhard Prinz
Wilhelm in den Jahren 1864 und 1865
80 HStA Düsseldorf: OB A Bonn 1063: Bericht vom 8.8.1866
81 HStA Düsseldorf: OB A Bonn 1063: Bericht vom 21.9.1866
82 HStA Düsseldorf: OBA Bonn 1063: Bericht vom 21.9.1866
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