Full text : 75 Jahre Saar Ferngas AG

Die  Petroleumbeleuchtung,  die  ab  den  50er-Jahren  vereinzelt  zum  Einsatz
  kam,  brachte  zwar  gewisse  Verbesserungen  der  Lichtausbeute,  da
an  den  Lampen  die  Luftzuführung  verbessert  sowie  Reflektoren  eingesetzt
  wurden,  doch  verursachte  die  Beschaffung  des  Brennmaterials
sowie  der  dauernde  Ersatz  von  Dochten,  Zylindern  und  Gläsern  hohe
Kosten.  2  Berechnungen  ergaben,  dass  die  Gestehungskosten  der  aufkommenden
  Gasbeleuchtung  unter  denen  der  Petroleumbeleuchtung
lagen.  Als  erster  Bergbaubetrieb  entschied  sich  vor  diesem  Hintergrund
die  private  Kokerei  Altenwald,  die  seit  1852  der  Firma  Haldy  &  Co.
unterstand,  eine  Gasbeleuchtung  einzuführen.  1856  ging  die  Gasanstalt
in  Betrieb,  1868  wurde  sie  erstmals  erweitert.  1872  erhielt  sie  einen
neuen  Gasbehälter  von  ca.  100  Kubikmeter.73
Sehr  viel  langwieriger  dauerten  die  Entscheidungsprozesse  in  den  Königlichen
  Steinkohlengruben,  wie  sich  am  Beispiel  der  schon  erwähnten
Grube  Gerhard  Prin^  Wilhelm  aufzeigen  lässt.  1860  existierte  hier  eine
Olbeleuchtung,  die  nur  mangelhaftes  Licht  spendete.  Im  Februar  des
Jahres  beschwerte  sich  deshalb  ein  Bergbeamter  der  Grube  bei  der
Berginspektion  in  Saarbrücken,  dass  in  zahlreichen  Fällen  von  Beschädigungen
  an  Eisenbahnwaggons  "der  Thäter  wegen  schwacher  Beleuchtung
nicht  habe  ermittelt  werden  können",14  Offensicht  überzeugte  dieses  Argument
  das  Bergamt,  es  wandte  sich  seinerseits  an  die  Grube  Heinitz,  die
ihrerseits  Erkundigungen  bei  einer  englischen  Gesellschaft  in  Gelsenkirchen
  einzog.  Auf  mehreren  westfälischen  Gruben  setzte  man  damals
bereits  transportable  Gasapparate  ein.  Die  Grube  Hibernia  bei  Gelsenkirchen
  verfügte  bereits  über  einen  einfachen  Gasapparat  an  der  Hängebank
  des  Schachtes  anstatt  über  die  alten  Feuerkörbe.  Da  der  Apparat
  jedoch  aus  Eisen  bestand,  war  die  Gefahr  gegeben,  dass  der  Kessel
verbrannte.75
Da  die  Königliche  Berginspektion  an  der  Funktionstüchtigkeit  einer
solchen  Gasapparatur  Zweifel  anmeldete,  ließ  man  Angebote  weiterer
Firmen  eingehen,  u.a.  von  Louis  Oelsner  aus  Berlin,  der  Firma  Bridges,
Aubury  &  Co.  aus  London  und  August  Klönne  aus  Dortmund.  Man
entschied  sich  trotz  alledem  zu  Gunsten  eines  einheimischen  Fachmanns:
  1863  errichtete  der  Direktor  der  Gasanstalt  von  St.  Johann-Saarbrücken,
  August  Bonnet,  auf  Veranlassung  der  Bergwerksdirekdon
72  Baum  (1904),,  S.  382
73  Vgl.  Tille  (1907),  S.  95;  Johannsen  (1931),  S.  133
74  LA  Sbr.  Rep.  564/1597:  Schreiben  vom  1.2.1860
75  LA  Sbr.  Rep.  564/1597:  Schreiben  Notorp  vom  28.3.1860

85
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.