Elektrizität in Betrieb.61 Nachdem es auch gelungen war, das überschüssige
Kokereigas zu Beleuchtungszwecken zu verwenden, stellten
die beiden alten Gasfabriken ihre Erzeugung im Jahre 1905 ein.62
Neben der Malberger Hütte richtete von den saarländischen Hüttenwerken
nur noch die Dillinger Hüttenwerke AG 1864 ein Gaswerk
ein.63 Der Erbauer war Johann Adam Hillenbrand, der in diesen Jahren
auch die lokalen Gaswerke in St. Ingbert und Malstatt-Burbach errichtete.
1895 lag der Jahresverbrauch der Hütte bei 443.000 Kubikmeter,
womit die Firma 2.100 Flammen unterhielt. Im Zuge der verstärkten
Elektrifizierung des Werkes ab dem Jahre 1905 stellte die Gasanlage
den Betrieb ein.64 Demgegenüber erfolgte die Versorgung der Burbacher
Hütte und des Neunkircher Eisenwerkes aus den lokalen Gaswerken
von Malstatt-Burbach beziehungsweise Neunkirchen.
2. Bergbau
Als der preußische Staat im Dezember 1815 den Saarbergbau unter
seine Kontrolle brachte, befanden sich die Kohlegewinnungseinrichtungen
noch im vorindustriellen Zustand. Anlagen und Abbautechnik
glichen noch im Wesentlichen den Gruben aus der Mitte des 18. Jahrhunderts,
als sie in die Obhut des Fürsten Wilhelm Heinrich gerieten.
Seit 1816 war der Saarbergbau aber wesentlichen technischen Neuerungen
unterworfen, was verbesserte Abbaumethoden garantierte und
steigende Produkdons- und Absatzmengen zur Folge hatte.
Die Innovationen im Untertagebau veränderten auch die Gestalt der
Übertageanlagen. Die Gruben, bis 1815 allenfalls durch die wenigen
Schuppen zur Lagerung der Kohlen und den Stollenmund nach außen
hin erkennbar, wuchsen in den folgenden Jahrzehnten zu enormen,
sehr komplexen Betriebseinheiten. Zahlreiche Übertageeinrichtungen
wie Förderanlagen, Kohlenwäschen, Kokereien, Pferdeställe, Werkstätten,
Materialschuppen, Verladeplätze, Bürogebäude und Schlafhäuser
entstanden.
M Vgl. Keller (1935), S. 84; 1911 waren sechs Gichtgasmotore mit insgesamt 4.100 PS
sowie drei Dampfmaschinen mit 450 PS aufgestellt.
62 Vgl. Schug (1929), S. 19
63 Vgl. Ilgen (1874), S. 50; Schilling (1896), S. 348; die Angaben in 300 Jahre (1985), S.
40, bei Herzig (1985), S. 40 und in Stadtwerke Dillingen (1993), S. 105, die die
Einführung der Gasbeleuchtung bereits auf 1863 datieren, sind falsch.
64 Vgl. Herzig (1985), S. 47
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