werk der Gegend richtete die Haiberger Hütte eine Gasversorgung ein.
Zwar bestand bereits seit 1756 in der Nähe von Brebach eine alte Eisenhütte,
doch erfolgte erst in den 60er-Jahren des 19. Jahrhunderts der
systemadsche Ausbau zu einem "integrierten" Hüttenwerk. Unter
Rudolf Böcking, der das Werk im Jahre 1866 als Teilhaber übernahm,
wurden die Betriebsanlagen bis 1875 um fünf Hochöfen mit Winderhitzern,
eine Gießerei mit Kupolofen und die ersten Kokerei beträchtlich
erweitert.52 Als entscheidend für die Entwicklung des Werkes erwies
sich auch die Nähe zur Saarbrücker Eisenbahn und der Saar, die
die Anlieferung von Kohle und Eisenerzen aus Lothringen sowie den
Versand der Fertigerzeugnisse garanderte. Zwischen 1869/70 und
1875/76 nahm der Verkauf von 1.400 auf 6.700 Tonnen zu.53
Obwohl über den Investitionsaufwand zur Errichtung der Betriebsanlagen
keine genauen Angaben bekannt sind, so ist es wahrscheinlich,
dass Böcking beabsichdgte, die Produktion auch in den Abend- und
Nachtstunden fortzuführen, um die eingesetzten Investitionsmittel
möglichst schnell zu amortisieren. Auch erzwangen technische Gegebenheiten
wie das Anblasen eines Hochofens, dass die Produktion
nicht unterbrochen werden durfte. Wesentliche Voraussetzung hierfür
war auch eine entsprechende Lichtversorgung in den Abend- und
Nachtstunden.
Am 20. Oktober 1876 beantragte die Haiberger Hütte deshalb bei der
Regierung in Trier den Antrag zur Errichtung einer Gasanlage, welche
die Abteilung des Innern am 25. November genehmigte. Die Gasanlage
bestand aus einem Ofenhaus zur Unterbringung der Retorten, "dem
Peiniger und Regulator-Hause sämtlich massiv aus Steinen unter Ziegeln gebaut",
sowie einem Gasometer mit einem Fassungsvermögen von 3.140 Kubikmeter.
Zur Gaserzeugung benutzte man zwei Ofen, mit einem beziehungsweise
zwei Retorten. Das Gas wurde durch ein 100 Millimeter
weites gusseisernes Rohr zu den Arbeitsräumen der Hütte geleitet. Da
gewisse Gefahren für die Umgebung nicht ganz auszuschließen waren,
wies der Antragsteller darauf hin, dass "das nächste als Wohnung dienende
Gebäude 98 m 5 vom Gasometer entfernt liegt"H Den Zuschlag zur Errich¬3“
Vgl. Keller (1935), S. 50; Kloevekorn (1956), S. 130
53 Kloevekorn (1956), S. 57
A HH Gasanstalt 1876: Beschreibung der Gasanlage zu Haibergerhütte; die Angaben
bei Schug (1929) S. 13, Keller (1935), S. 50 und Herzig (1985), S. 40, wonach die
Gasanlage bereits 1872 in Betrieb ging, sind falsch.
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