Brennvorgang verbesserte. Außerdem betrug die Brennstoffersparnis
zwischen 25 und 30 Prozent.
1888 hatten aber auch diese Öfen ausgedient, an ihre Stelle traten nach
und nach Wannenöfen, die aufgrund ihrer Bauart einen kontinuierlichen
Betriebsablauf gestatteten und hohe Produktionssteigerungen ermöglichten.46
47 Während die alten Öfen in bis zu zwölf einzelne
Schmelzhäfen unterteilt waren, in denen jeweils das Gemenge geschmolzen
wurde, geschah dies in den neuen Öfen in einer einzigen
Wanne, "In erster Unie trat eine noch größere Brennstofferspamis (etwa 50 Prog.)
ein, da bei den Wannenöfen die Gasflamme direkt über das gange Gemenge
hinwegstreicht, wohingegen bei den Hafenöfen ein großer Teil der Wärme von den
Hafenwänden und den leeren Räumen gwischen den einzelnen Häfen resorbiert
wurde“*1 Ein weiterer Vorteil bestand darin, dass die Schmelze anstatt
wie früher 20 bis 22 Stunden nun nur noch 12 bis 13 Stunden dauerte.
Aber auch bei Villeroy & Boch stellte die Produktentwicklung immer
höhere Anforderungen an die Brenntechnik, die Firma errichtete deshalb
in den jahren 1903 bis 1906 die erste und zweite Mendheim-Gas-Kammerofenanlage
mit je 14 Kammern und den dazugehörigen Gasgeneratoren.
Auch sämtliche Tunnelöfen wurden mit Generatorgas gefeuert.48
Erst 1948 erfolgte die Umstellung von Steinkohle- auf Kokereigas,
als die Mettlacher Fabrik an das Ferngasnetz angeschlossen
wurde.49
Auch in der benachbarten Tonwarenfabrik in Merzig, die seit 1879 zu
Villeroy & Boch gehörte, nutzte man seit der Jahrhundertwende Gas
aus Generatoren zur Beheizung der Rundöfen.50 An diesem Standort
erfolgte die Feuerung der Ofen bis dahin ebenso mit Fettkohle, die von
Hand beschickt wurden.51
Haiberger Hütte
Neben der Steingut- und Keramikindustrie etablierte sich auch die
Hüttenindustrie seit Mitte des 19. Jahrhunderts als entscheidender Träger
des wirtschaftlichen Aufschwungs der Region. Als erstes Hütten¬46
Vgl. Lauer (1922), S. 83 f. und S. 105
47 Lauer (1922), S. 84
4^ A V&B 395: Table des Matières. La Première cuisson
49 125 Jahre Mosaikfabrik (1969), S. 16
50 von Boch (1979), S. 2
^ Vgl. Giersberg (1979), S. 3
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