brauch lag im Winter immerhin bei 50 Kubikmeter. In einer Fabrikbeschreibung
von 1889 spricht Grentz von einer Olgasanstalt. Es ist
denkbar, dass die Gasanstalt zwischen 1877 und 1888 auf Öl umgestellt
wurde.8
1891 stellte sich die Frage, ob sich der Betrieb der Gasanstalt noch
lohne. Es stand zur Disposition, die Beleuchtungseinrichtungen des
Werkes zu erweitern. Der Gasometer galt in der Zwischenzeit als veraltet,
defekt und zu klein, auch reichten die Retorten für den wachsenden
Lichtbedarf der Fabrik und des mittlerweile angeschlossenen Krankenhauses
nicht mehr aus. Die alte Gasanlage blieb zwar nach Reparatur
des Gasometers vorerst in Betrieb, doch kam eine kleine elektrische
Anlage von 50 Glühlampen und zwei Bogenlampen hinzu.9
Wahrscheinlich blieb die Gasanstalt bis 1895 in Betrieb.10 Zu diesem
Zeitpunkt erhielt die Fabrik einen Anschluss an das Wasserkraftwerk in
Bliesschweyen, das die Firma bereits 1892 als Mahlmühle erworben
hatte.11
Auch in Forbach in unmittelbarer Nähe zur deutschen Grenze, wo die
Firma "Gebrüder Adt" 1844 eine Niederlassung errichtet hatte, um die
Zollgesetzgebung zu umgehen, richteten die Ingenieure "Gebrüder
Hendriks" 1866 eine Gasfabrik ein. Die Anlage bestand aus sechs Retorten
in drei Öfen und einem Gasbehälter mit 310 Kubikmeter Inhalt.
Nicht nur die Fabrikgebäude, auch mehrere Straßen, der Bahnhof und
zahlreiche Wohnungen wurden über die Gasfabrik beleuchtet. 1877
standen 450 Fabrik- und Bahnhofsflammen 514 Privatflammen gegenüber.
Der Beleuchtungsvertrag besaß ursprünglich eine Laufzeit von 90
Jahren, nach Ablauf dieser Zeit sollten sämtliche Straßenbeleuchtungseinrichtungen
in den Besitz der Stadt übergehen.12 1898 trat die Firma
Adt die Gasanstalt an die Firma Franke in Bremen ab.13
7 Vgl. Schilling (1868), S. 93; Schilling (1877), S. 147
8 Vgl. Grentz (1889), S. 8
0 LA Sbr, Familie Adt: Protokollbuch Nr. 1: Versammlung vom 3.4.1991
10 Vgl. Herzig (1985), S. 50
11 Vgl. Göhler (1926), S. 52
12 Vgl. Schilling (1877), S. 158 f.
^ Vgl. Besler (1913), S. 149
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