A. Die Gasbeleuchtung in den Industriebetrieben
Wie im Ausland und in anderen Regionen Deutschlands gingen auch in
der Saarregion die ersten Initiativen zur Einführung einer Gasbeleuchtung
von Industrie- und Gewerbebetrieben aus. Hier machten sich
noch stärker als bei der Straßenbeleuchtung die Mängel der herkömmlichen
Beleuchtung bemerkbar.
1. Weiterverarbeitende Industrie
Gebrüder Adt
Die erste Gasanstalt im Gebiet des späteren Saarlandes stand in Ensheim
in der Pfalz, die damals zu Bayern gehörte. Die Ortschaft in der
Nähe von St. Ingbert war um die Mitte des 19. Jahrhunderts noch von
der Landwirtschaft geprägt, doch hatte sie schon im Laufe des 18.
Jahrhunderts mit ihrer Dosen- und Papierlackwarenindustrie überregionale
Bedeutung erlangt. Zunächst als vielköpfige Manufakturen organisiert,
mussten infolge mehrfacher Nachfrageeinbrüche und der damit
verbundenen Konkurrenz zahlreiche Arbeiter ihre Selbständigkeit aufgeben
und sich in die Abhängigkeit von Verlegern begeben.1 Angesichts
dieser Entwicklung entschloss sich einer der führenden einheimischen
Dosenmacher, Peter Adt, im Jahre 1826 die ehemals Wadgassische
Propstei in Ensheim für 4.000 Gulden zu erwerben und zusammen
mit einigen ortsansässigen Dosenmachern und seinen drei Söhnen
eine Fabrik zu gründen. Die Produktion konnte von da an stärker arbeitsteilig
erfolgen, zudem gelang es dem Unternehmer, mit einigen in
seiner eigenen Werkstatt erfundenen Maschinen die Arbeitsproduktivität
nicht unerheblich zu erhöhen.2 Adt entwickelte u.a. neue
Zuschneidemaschinen und Einrichtungen zum Formen und Schleifen
der Dosen, zum Scharnieranschlagen sowie zur Herstellung von Verzierungen.3
1 Vgl. Göhler (1926), S. 41; Adt (1979), S. 9
2 Vgl. Wilhelm (1977), S. 155
^ LA Sbr. Familie Adt: Geschichte der Dosenfabrikadon in Ensheim von Peter Adt
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