Full text: 75 Jahre Saar Ferngas AG

meister dem Landrat mit, dass ",die Straßenbeleuchtung auf günstigere Zeiten 
der Einkünfte der Stadt verschoben werden solle"V1 
Erst dreizehn Jahre später, im April 1838, erkundigte sich die Saarloui- 
ser Verwaltung in Saarbrücken, welche Erfahrungen man dort mit der 
schon mehrere Jahre bestehenden Straßenbeleuchtung gemacht habe. 
Dem war eine Verfügung des Regierungspräsidenten in Trier vorausge¬ 
gangen, nach der noch vor Eintritt des kommenden Winters eine 
Stadtbeleuchtung mit mindestens acht Laternen eingerichtet sein müs¬ 
se. Noch im gleichen Jahr wurden 17 Laternen in Auftrag gegeben und 
im November 1839 die Wartung und den Betrieb der städtischen 
Straßenlaternen auf die Dauer von drei Jahren durch Bekanntmachung 
im Saarlouiser Wochenblatt und durch die Schelle in Verding gege¬ 
ben.* 53 54 Den erstmaligen Zuschlag für die Lieferung des Öls und der An¬ 
fertigung der Laternen erhielt der Spengler Jakob Becker. Die Be¬ 
leuchtung wurde alljährlich in Submission vergeben, die letzten Öllater¬ 
nen blieben trotz Gasbeleuchtung bis 1895 in Funktion. 
Während wir über die genauen Motive, die 1810 beziehungsweise 1821 
in Saarbrücken-St. Johann zur Wiedereinführung der Straßenbeleuch¬ 
tung führten, nichts wissen, und in Saarlouis vor allem militärische 
Gründe eine Rolle spielten, zeigt das Beispiel St. Ingbert, dass sich die 
Motive zur Einrichtung einer Straßenbeleuchtung im Laufe des 19. 
Jahrhunderts weitgehend änderten. Zur Begründung hieß es im Stadt¬ 
ratsbeschluss vom 29. Oktober 1838: 
"In Erwägung, daß schon lange das Bedürfnis einer gehörigen Straßenbeleuchtung 
gefühlt wurde, und um bei einem so starken Verkehr bei Tag und Nacht mit Tost¬ 
un d anderen Fuhrwerken, wie es hier der Fall ist, womöglich allenfalligen Unglü¬ 
cken vorgubeugen und in Erwägung daß es gur Bequemlichkeit aller Einwohner 
und Passanten gu wünschen und wirklich der Wunsch aller Einwohner der Stadt 
St. Ingbert ist, so beschließt der Stadtrat, daß die Stadt längs der Hauptstraße mit 
6 Eatemen beleuchtet werden soll. Das hiergu eforderliche Kapital, welches sich auf 
ca. 150 fl belaufen wird, soll aus der Gemeindekasse genommen werden, sowie der 
Betrag der Unterhaltung derselben" V 
Den Ausschlag gaben im St. Ingberter Fall somit weniger sicherheits¬ 
polizeiliche als Verkehrs- und versorgungstechnische Gründe. Zudem 
:’2 StA Sls. NB LX 7 Heft 1 SLS: Schreiben vom 7.11.1825 
53 StA Sls. NB LX 7 Heft 1 SLS: Vertrag vom 25.11.1839 
54 Festschrift 100 Jahre Stadt St. Ingbert: Die städtischen Werke und Anstalten, in: 
Westpfälzische Ztg. vom Juli - August 1929; Saarbrücker Ztg. vom 2.8. 1989: Höch¬ 
stes Lob der Monarchen für eine aufstrebende Stadt 
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