Full text: 75 Jahre Saar Ferngas AG

et par lanterne. Je ne sais, si vous obtiendrez votre éclairage à ce prix, parce que ce 
n'est que sur la qualité qu'on peut se retirer”"48 
Da der Bürgermeister die Kosten einer Straßenbeleuchtung offensicht¬ 
lich unterschätzt hatte, stellte er seine Pläne erst einmal zurück. Durch 
die Verabschiedung des preußischen Abgabengesetzes im Jahre 1820, 
welches den Städten ermciglichte, Zuschläge zur staatlichen Klassen¬ 
steuer beziehungsweise zur Mahl- und Schlachtsteuer zu erheben, ver¬ 
besserte sich auch die Finanzlage von Saarlouis.49 50 Im Juni 1824 brachte 
die Festungskommandatur beim Bürgermeister die "projectirte Erleuchtung 
des Place d'Annes und den auf ihn zußihrenden Straßen in Erinnerung A Im 
(Oktober des gleichen Jahres stellte der Lampenhändler Bruignaut auf 
Gesuch des Bürgermeisters versuchsweise eine Laterne auf, welche mit 
einem Pfund gewöhnlichen Brennöls möglichst lang leuchten sollte. 
Der Versuch verlief erfolgreich und noch im gleichen Monat stimmte 
der Stadtrat der Einrichtung einer Straßenbeleuchtung in Saarlouis zu. 
Das Kriegsministerium in Berlin hatte vorher seine Einwilligung gege¬ 
ben, die Kosten für die Anschaffung der Laternen zu übernehmen und 
aus den Militärbeständen der Fortifikation Blechgestelle abzugeben, aus 
denen für 120 Taler acht Hängelampen angefertigt wurden.51 
Noch im Laufe des Jahres 1824 änderten sich aber die finanziellen 
Verhältnisse der Stadt dramatisch. Per Beschluss wurde das Militär, das 
in Saarlouis gut ein Drittel der Einwohnerschaft ausmachte, von dem 
städtischen Zuschlag auf die Schlachtsteuer befreit. Dadurch vermin¬ 
derten sich die städtischen Einnahmen um 400 Taler jährlich. Die Ver¬ 
waltung versuchte zunächst, die für die Beleuchtung notwendigen Aus¬ 
gaben durch freiwillige Spenden aufzubringen. Aber diese Initiative 
zeigte nur kurzzeitigen Erfolg, im November 1825 teilte der Bürger¬ 
48 StA Sis. NB LX 7 Heft 1 SLS: Note et détail, concernant les réverbères, savoir: 
"Laternen in einer geraden Straße müssen einen Abstand von 140 bis 145 Fuß haben, 
wenn das Licht voll zum Tragen kommen soll, sollte zwischen den beiden eine 
weitere, in 70 Fuß Abstand hinzukommen. Die Beleuchtung findet in Metz außer bei 
Vollmond das ganze Jahr über statt; der Unternehmer wird pro Stunde und Lampe 
bezahlt. Die (Bezahlung) beläuft sich auf annähernd 3 Cts. pro Stunde und Lampe, der 
Unternehmer ist verpflichtet, die Laternen und Seile zu unterhalten, das Ol und die 
Dochte zu liefern, die Laternenanzünder zu entlohnen, die jeweils 20 Laternen zu 
versorgen haben und die für jeden Beleuchtungstag und pro Laterne einen Sou 
erhalten. Ich weiß nicht, ob Sie eine Straßenbeleuchtung zu einem solchen Preis 
erhalten werden, weil es eigentlich die Frage der Quaütät ist, auf die es ankommt." 
49 Vgl. Schu (1980), S. 67 
50 StA Sis. NB LX 7 Heft 1 SLS: Kommandantur an Bürgermeister, Juni 1824 
51 StA Sls. NB LX 7 Heft 1 SLS: Schreiben vom 2.10.1824 
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