Full text : 75 Jahre Saar Ferngas AG

Rahmen  der  EU-Liberalisierung  und  der  Deregulierung  ihren  Vorlieferanten
  frei  zu  wählen.
Ging  die  Saar  Ferngas  in  den  90er-Jahren  eigene  Wege  zur  Ausweitung
ihres  Absatzgebietes,  deutet  die  Gründung  der  energis  GmbH  im  Jahre
1999  jedoch  einen  vorsichtigen  Strategiewechsel  an,  der  nicht  zuletzt
der  wachsenden  Verflechtung  der  Strom-  und  Gaswirtschaft  und  der
horizontalen  Ausweitung  der  Unternehmensaktivitäten  der  VSE  AG
Rechnung  trägt.  Da  der  Regionalversorger  ebenso  wie  SFG  in  den
90er-jahren  in  die  Erdgasversorgung  einstieg,  1998  immerhin  15  Mio.
Kubikmeter  Erdgas  im  Saarland  absetzen  konnte,  brachte  die  gegenseitige
  Konkurrenz  um  neue  Versorgungsgebiete  und  zusätzliche  kommunale
  Kooperationen  beide  Unternehmen  an  den  Rand  ihrer  finanziellen
  Möglichkeiten.  Auch  die  bevorstehende  Liberalisierung  und  die
drohenden  Preiseinbrüche  gaben  den  Ausschlag,  die  Aktivitäten  und  finanziellen
  Ressourcen  zu  bündeln.  Nachdem  anfangs  die  VSE  AG  72,5
Prozent  und  SFG  27,5  Prozent  der  Anteile  an  der  energis  hielten,
machten  bislang  nur  zwei  saarländische  Unternehmen  von  dem  Angebot
  Gebrauch,  sich  an  dieser  Neugründung  zu  beteiligen.  Die  Aufnahme
  weiterer  Gesellschafter  wie  der  KEW  AG  (7,7  %),  sowie  der
RAG  Saarberg  AG  (3,7  %)  kam  vielmehr  im  Gegenzug  zu  kommunalen
  Beteiligungen  oder  zur  Übernahme  der  RAG-Saarberg-Tochter
SaarWasser  GmbH  zustande.101
Eine  Reihe  kommunaler  Beteiligungen  erfolgte  seit  1999  von  daher
unter  der  gemeinsamen  Ägide  von  Saar  Ferngas  AG  und  VSE.  An  den
Stadtwerken  Sulzbach  halten  VSE/SFG  einen  Anteil  von  zunächst  jeweils
  7,5  Prozent,  ab  1.  Januar  2002  von  insgesamt  30  Prozent.102  2001
konnte  sich  die  energis  GmbH  weiterhin  40  Prozent  der  Anteile  des  bis
dahin  selbständigen  Püttlinger  Gas-  und  Wasserwerken  sichern.103  Das
neu  gegründete  Dienstleistungsunternehmen  firmiert  unter  dem  Namen
„KSP  Kommunaler  Service  Püttlingen  GmbH“.  Zwischen  2002  und
2004  kamen  noch  Beteiligungen  an  den  Dillinger  Stadtwerken  (30

1111  Europäischer  Wirtschaftsdienst  vom  23.7.2002:  VSE  Saarbrücken  weist  24  Prozent
  Dividende  aus;  Saarbrücker  Ztg.  vom  2E6.1999:  Gerüstet  für  den  härteren  Energie-Wettbewerb

T07
1U^  Wochenspiegel  Sulzbach  vom  6.12.2000:  Vertrag  unterzeichnet:  VSE  und  Saar
Ferngas  beteiligen  sich  an  Stadtwerken
1UJ  Saarbrücker  Zeitung,  Ausgabe  Völklingen  vom  12.12.2000:  Püttlinger  Stadtrat
schließt  Stadtwerke-Verkauf  ab;  ZfkW  vom  10.6.2000:  Püttlingen:  Gas  und  Wassergeschäft
  zu  energis

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