Wintergas Erdgas Handelshaus GmbH; 1993 folgte das Gemeinschaftsunternehmen
Wingas. Anfang 1996 räumte die Wintershall AG
Gazprom einen Kredit von über einer Mrd. DM ein. Darüber hinaus
erhielt Gazprom im September 1994 von mehreren deutschen Banken,
darunter der Dresdner Bank Kredite über 936 Mio. DM; 1,3 Mrd. DM
stellten 27 nationale und internationale Banken unter Federführung der
Commerzbank im August 1995 zur Verfügung. 1999 stieg die BASF
erneut mit einem Milliardendeal bei Gazprom ein, um sich an der Erschließung
russischer Öl- und Gasreserven zu beteiligen. Beide Unternehmen
wollen insbesondere bei der Erschließung drei großer Lagerstätten
in Westsibirien sowie der nordrussischen Region Timan-Petschora
Zusammenarbeiten. Zudem realisierte Wingas im gleichen Jahr
die Jamal-Gas-Anbindungs-Leitung (Jagal) zwischen Mallnow nahe
Frankfurt an der Oder und Rückerdorf in Thüringen. Ein weiteres Instrument
der Zusammenarbeit besteht in der Gründung von Joint
Venture. 2003 gründeten Wintershall und Gazprom die Achimgaz, die
100 Mio. Euro in Explorationsbohrungen investieren will. Ab 2005
plant ein weiters Joint Venture den Bau von Gasspeichern sowie den
Anschluss Rumäniens an das internationale Pipelinenetz. Perspektivisch
will der russische Gasriese in die Petrochemie einsteigen, wo Wintershall
über ausreichend Erfahrung verfügt.52
Die Gasbeschaffung Westeuropas und damit auch der Bundesrepublik
wird sich in den nächsten Jahren weiter internationalisieren. Beschränkten
sich die Bezüge der westeuropäischen Gaswirtschaft bislang
vor allem auf das europäische Ausland und Russland, plant diese die
Bezugsquellen weiter zu diversifizieren. Ein erster Schritt hierzu bildeten
zwei Erdgasleitungen zwischen Algerien und Spanien, die Ende
1996 in Betrieb gingen und in der Zwischenzeit nach Portugal und
Frankreich verlängert wurden. Die "Sahara-Pipeline" verbindet die algerischen
Erdölfeldern bei Hassi R'Mei mit Cordoba. In Rekordzeit
wurde das etwa drei Mrd. DM Bauprojekt ausgeführt, die Europäische
Investitionsbank unterstützte das Projekt mit 1,2 Mrd. DM. Vor allem
GB Wintershall 1990, S. 17; Frankfurter Allgemeine Ztg. vom 28.3.1995: Jamal-Gas
soll Ost- und Westeuropa engen miteinander verflechten; Frankfurter Allgemeine
Ztg. vom 4.8.1995: Die BASF-Gruppe interessiert sich für eine Gazprom-Beteiligung;
Frankfurter Allgemeine Ztg. vom 24.1.1996: Wintershall gibt Gazprom Milliardenkredit;
Frankfurter Allgemeine Ztg. vom 2.6.1996: Verkauf der Anteile von Gazprom
verzögert sich; Saarbrücker Ztg. Vom 1.4.1999: Zugriff auf russisches Erdgas; Die
Welt vom 27.9.2000: Deutsche und Russen gehen beim Erdgas gemeinsame Wege;
Flandelsblatt vom 12.8.2004: Wintershall buhlt mit Eon um Gazprom
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