und Elwerath Betriebsführungsgesellschaft mbH, der Gelsenberg AG,
der Salzgitter Ferngas GmbH und der Thyssengas GmbH wahr. Da es
sich bei der BEB und der Gelsenberg AG um Anteilseigner der Ruhrgas
AG handelte, und die Lieferungen von 10,5 Mrd. Kubikmeter pro
Jahr faktisch an das Essener Unternehmen erfolgten, blieb das Importmonopol
der Ruhrgas AG zunächst quasi unangetastet. Ein neues
Element solcher Einkaufskonsortien bildete lediglich, dass die Ruhrgas
zugleich die Bezugsinteressen der nachgelagerten Regionalversorger mit
vertrat. Solche Modelle besaßen den Vorteil, dass die garantierten Abnahmeverträge
eine höhere Planungssicherheit bedeuteten, und sich
letztlich verbesserte Konditionen in Hinblick auf Preise, Lieferbedingungen,
Revisionsklauseln usw. gegenüber Einzelabschlüssen erzielen
ließen.43 Die zurzeit letzten Bezugsverträge zwischen der Ruhrgas AG
und der russischen Gazprom stammen aus dem Jahr 1998 und belaufen
sich von 2008 bis 2020 auf insgesamt rund 160 Mrd. Kubikmeter, was
einem Einkaufswert von etwa 25 Mrd. DM entspricht. Zwischen 1973
und 1998 strömten bereits mehr als 330 Mrd. Kubikmeter russisches
Erdgas in das Netz der Ruhrgas AG.44
Die Bildung von Einkaufskonsortien als neues Verhandlungsmodell der
internationalen Gaswirtschaft hatte sich bereits in Zusammenhang mit
dem Abschluss des ersten Liefervertrages über norwegisches Erdgas
angedeutet. Im Rahmen eines westeuropäischen Käuferkonsortiums sicherte
sich die Ruhrgas AG 1973 die Hälfte der Gesamtlieferungen von
zehn Mrd. Kubikmeter jährlich, die ab 1977 begannen. Sie arbeitete
dabei, wie auch bei den späteren Abkommen mit Norwegen von 1975,
1976, 1980, 1982 und 1983 eng mit der Nederlandse Gasunie, Distrigas
S.A. aus Belgien und der Gaz de France als ausländischen Gasunternehmen
zusammen. Von deutscher Seite gehörten teilweise wiederum
die Gelsenberg AG, die BEB sowie die Thyssengas GmbH dem Konsortium
an. Während die Abnehmer bis 2002 mit dem norwegischen
Vermarktungsausschuss GFU die Lieferverträge abschloss, verhandelt
sie seitdem mit den jeweiligen Produzenten. Im norwegischen Shelfgebiet
erwarb die Anfang 2003 gegründete norwegische Upstream-Gesellschaft
Ruhrgas Norge AS (jetzt E.ON Ruhrgas Norge AS) darüber
hinaus einen Anteil von 15 Prozent am Njord-Feld.
43 GWF-gas/erdgas, 123. Jg. (1982), Heft 1, S. 41; Ruhrgas (1994), S. 12 £; Schiffer
(1994), S. 116
44 Frankfurter Allgemeine Ztg. vom 22.5.1998: Die Ruhrgas schließt Vertrag mit
Gazprom über 25 Milliarden DM
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