Full text: 75 Jahre Saar Ferngas AG

Verteilung des Aktienkapitals (gerundet) der SFG 
zum 23. Juni 1961 
Saarbrücken 
Gaz 
de France 
10% 
Régie des Mines 
21% 
21% 
Im Zuge der Währungsumstellung und der Eingliederung der Saarwirt¬ 
schaft in die Bundesrepublik musste die SFG unter energiepolitischen 
Rahmenbedingungen operieren, die durch die aggressive Konkurrenz 
des Heizöls und des aufkommenden inländischen Erdgases geprägt wa¬ 
ren. Obwohl diese Ausgangslage eine wesentlich flexiblere Preispolitik 
vor allem im Wärmemarkt erfordert hätte, blieb zwischen den Aktionä¬ 
ren der Erzeugergruppe und der Öffentlichen Hand weiterhin um¬ 
stritten, ob diese Flexibilisierung stärker an den Gaseinkaufs- oder den 
Verkaufspreisen ansetzen müsste. 
Nunmehr zeigte sich jedoch die Öffentliche Hand zu Abstrichen bei 
den Verkaufspreisen nicht länger bereit. Mehrfach hatten Städte und 
Landkreise nach Kriegsende und in den 50er ]ahren die hohen Gas¬ 
einstandspreise durch Kapitalerhöhungen und den Verzicht auf Divi¬ 
dendenzahlungen ausgleichen müssen. Während Hütten und Gruben 
ihr investives Kapital über die Erlöse aus dem Kokerereigasverkauf an 
die SFG wieder hereinholen konnten und deshalb ohne weiteres eine 
neuerliche Kapitalerhöhung als Ausweg aus der Misere favorisierten, 
drängten die Vertreter der Öffentlichen Hand auf eine weitgehend fle¬ 
xible Preispolitik der SFG. In einer Sitzung unter den Aktionären der 
Öffentlichen Hand wies der Saarbrücker Bürgermeister Schneider zur 
Verdeutlichung darauf hin, dass die Stadt Saarbrücken allein bei ihrem 
Hallenbad jährlich fast 100.000 DM sparen könne, wenn sie die Hei¬ 
zung von Gas auf Öl umstellen würde. Angesichts solcher Preisrelatio¬ 
nen könne nicht erwartet werden, dass die Bevölkerung aul eine Gas¬ 
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