Full text : 75 Jahre Saar Ferngas AG

der  Höhe  des  Stammkapitals.385  In  einem  Gutachten  kam  eine  Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
  zu  dem  Ergebnis,  dass  die  Finanzlage  des
Betriebes  höchst  angespannt  sei.  Die  Liquidität  sei  unzureichend,  die
Abschreibungen  seien  in  keiner  Weise  erwirtschaftet  und  das  Anlagevermögen
  teilweise  über  kurzfristige  Schulden  finanziert  worden.  Und
als  Hauptursache  bemängelte  es  explizit:  "Wir  halten  die  derzeitige  Preispolitik
  in  der  saarländischen  Gaswirtschaftfür  ungesund  und  folgen  schwer”.386
Wiederum  sollte  eine  Kapitalerhöhung  eine  vorübergehende  Lösung
der  Situation  bringen.  Obwohl  die  kommunalen  Gebietskörperschaften
unter  Federführung  der  Stadt  Saarbrücken  ein  solches  Vorgehen  im
Prinzip  ablehnten  und  alternative  Finanzierungsmodelle  forderten,  gaben
  sie  ihre  Position  auf,  denn  "sowohl  der  Bürgermeister  als  der  Gandrat  haben
  den  Beschlüssen  zugestimmt,  die  die  Ursache  der  katastrophalen  Gage  der  SFG
sind,  nämlich  der  Grhöhung  der  Ginstandspreise  ohne  entsprechende  Grhöhung  der
Abgabepreise  von  Gas”.387  Sie  setzten  sich  im  Aufsichtsrat  stattdessen  dafür
  ein,  als  Ausgleich  zu  den  fortwährenden  Zuschüssen  die  Kapitalerhöhung
  von  der  Klärung  der  Dividendenfrage  abhängig  zu  machen.  Ihr
Vorstoß  verlief  aber  im  Sande.388
Da  die  Landkreise  Merzig  und  Ottweiler  in  ihren  minimalen  Beteiligungen
  von  unter  0,5  Prozent  zur  gleichen  Zeit  keinen  Sinn  in  einer  weiteren
  Mitbeteiligung  innerhalb  der  SFG  erkannten,  gaben  sie  ihre  Aktien
an  das  Saarland  ab.  Das  Land  erklärte  sich  im  Gegenzug  bereit,  die  in
den  Jahren  1949/50  erworbenen  Aktien  der  kommunalen  Altaktionäre
zurückzugeben.  Die  Hauptversammlung  vom  23.  Juli  1955  beschloss,
das  Aktienkapital  von  1,020  Mrd.  Frs.  auf  zwei  Mrd.  Frs.  zu  erhöhen.389
Am  Juli  1959  stellte  die  SFG  im  Zuge  der  Währungsumstellung  von
Francs  auf  DM  das  Aküenkapital  von  zwei  Mrd.  Frs  auf  30  Mio.  DM
(100  Frs.  =  1,50  DM)  um;  die  Hauptversammlung  stimmte  am  23.  Juni
1961  zu.  In  der  Zwischenzeit  hatte  das  Saarland  seine  Treuhandaktien
an  die  kommunalen  Aktionäre  zurückgegeben,  das  Land  Rheinland-Pfalz
  nahm  zum  12.  August  1958  die  Stelle  des  Bezirksverbands  Pfalz
ein,  der  Landkreis  Ottweiler  schied  als  Kleinaktionär  aus,  und  die  Hütten
  hoben  ihre  Beteiligungen  etwas  an.  Das  Aktienkapital  der  SFG
verteilte  sich  ab  dem  23.  Juni  1961  wie  folgt:390

385  SFG  GB  (1954),  S.  10;  GB  (1955)
386  a  Stadtverband  Sbr.  8  1  3/04:  Vorlage  zur  Hauptversammlung  am  16.7.1956
38^  A  Stadtverband  Sbr.  K  III  8  1  3/04:  Kreissyndikus  vom  17.7,1956
388  A  Stadtverband  Sbr.  K  III  8  1  3/08:  Arbeitsausschußsitzung  vom  23.7.1955
389  Stadtverband  Sbr.  8  1  3/03  Bd.  2
30^  A  Stadtverband  Sbr.  K  III  8  1  3/01:  Bericht  über  Jahresabschluß  1966

388
            
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