und zweier Stichleitungen nach Baccarat und St. Dié begonnen wurde,
erhielt zunächst Sarrgemuines seit März 1950 und seit 1951 auch die
Region um Nancy Kokereigas von der Saar. Jedoch erwies sich die
Aufnahmefähigkeit Lothringens als begrenzt, weshalb die SFG zusammen
mit lothringischen Gasproduzenten Verhandlungen mit der Gaz
de France über die Belieferung des Pariser Raumes aufnahm. Die Lieferungen
setzten im September 1954 ein und betrugen 250.000 Kubikmeter
täglich.382
Um der steigenden Gasnachfrage zu genügen, ging die SFG seit 1949
dazu über, Methangas zu nutzen. Da pro Tonne geförderte Kohle etwa
zwölf Kubikmeter Methangas entstehen, nahmen mit steigender Kohlenförderung
auch die anfallenden Gasmengen zu. Zunächst wurde das
Methangas der Grube Klarenthal genutzt, teilweise diente es zum Antrieb
der Kompressionsanlagen etwa in Burbach, teilweise wie in Reden
und Heinitz zur Beheizung von Ofen. Zudem wurde es in Kompressorenanlagen
verdichtet, und als LKW-Treibstoff vertrieben. Nachdem
anfangs die "Abfallenergie" nur in Betriebsstätten in Klarenthal, Hirschbach
und Neunkirchen systematisch genutzt wurde, kamen in den folgenden
Jahren zusätzliche Anlagen in Camphausen, Jägersfreude und
Reden hinzu. Nach und nach baute die Régie des Mines auf sämtlichen
Gruben entsprechende Einrichtungen. Von der Grube Frankenholz aus
erhielt seit 1954 die Gemeinde Höcherberg als erste Gemeinde des
Saarlandes Methangas. Da Methangas über eine doppelt so hohe Wärmemenge
wie Kokereigas verfügt, ließen sich erhebliche Mengen Kokereigas
ersetzen. Zum Transport des Gases auf den Kokereien errichtete
die SFG mehrere Methangasleitungen. Entsprechend nahmen die Methangaslieferungen
zu. Waren die Mengen mit 600.000 Kubikmeter
1950 noch unbedeutend, so stiegen sie bis 1955 auf über 65 Mio. Kubikmeter,
das entsprach knapp zehn Prozent der Gasandienung der
SFG.383
Saarbrücker Ztg. vom 29.4.1950: Saargas für Paris und Eisass; Saarbrücker Ztg.
vom 14.11.1951: Absatz nach Deutschland und Frankreich; Saarländische Volksztg.
vom 31.8.1954: Zum Lieferprogramm der Saar-Ferngas-AG; Saarbrücker Ztg. vom
2.12.1954: Die Ferngasleitung nach Paris; Volksstimme vom 20.12.1954: Saar-Ferngas
größter Gasexporteur der Welt; Maurin (1960), S. 40 f.
Grubengas bzw. Methangas wurde erstmals 1854 auf der Grube Bexbach zur Beleuchtung
eines Stollens benutzt; auf der Grube Frankenholz setzte man das Methangas
seit 1908 zur Heizung zweier Kessel ein; vgl. Wolter (1954), S. 137 £; Saarbrücker
Ztg. vom 19.5.1950: Einblick in das Wirken der Saargruben: Kohleförderung und
Methangasgewinnung; Jarner (1951), S. 13 £; Saarbrücker Ztg. vom 16.7.1952: Produktion
der Saar-Ferngas AG; Regie des Mines (1953); Saarbrücker Ztg. vom
15.6.1954: Aus dem Arbeitsbereich der Saar-Ferngas; Schröder (1955), S. 193 f.; GWF,
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