Full text : 75 Jahre Saar Ferngas AG

Verteilung  des  Aktienkapitals  (gerundet)  der  SFG  zum  22.  März  1950

pfälzische  Städte

Hütten
24%

Diese  Neuaufteilung  des  Aktienkapitals  schränkte  den  Einfluss  der
kommunalen  Gruppe  entscheidend  ein.  Unter  dem  Druck  der  Erzeugergruppe
  und  des  Hohen  Kommissariats  musste  sie  nicht  nur  zehn
Prozent  ihrer  Anteile  an  die  Gaz  de  France  abtreten,  sodass  sie  nur
noch  über  48  Prozent  verfügte  und  sich  in  der  Minderheitsposition  befand.
  Da  sie  infolge  ihrer  finanziellen  Schwierigkeiten  mehrheitlich
nicht  in  der  Lage  war,  die  Aufstockung  des  Aktienkapitals  mitzuvollziehen,
  trat  an  ihre  Stelle  die  Regierung  des  Saarlandes.  Diese  nahm  fortan
zwei  von  zwölf  Sitzen  im  Aufsichtsrat  ein.  Diese  Positionen  besetzten
anfangs  der  Regierungsrat  Ernst  Böhmer  sowie  der  spätere  Wirtschaftsminister
  Eugen  Huthmacher,  beide  Vertreter  des  Wirtschaftsministeriums.
  Gerade  das  Wirtschaftsministerium  musste  jedoch  neben
den  kommunalen  Interessen  vor  allem  die  Interessen  der  Produzenten
wahrnehmen,  was  sich  vor  allem  in  der  Preispolitik  als  schwer  vereinbar
erwies.  Hingegen  kam  das  Innenministerium,  das  noch  eher  die  kommunalen
  Interessen  repräsentierte,  bei  der  Sitzverteilung  nicht  zum
Zuge.374  Nur  noch  zwei  von  zwölf  Mitgliedern  stellten  die  kommunalen
Gebietskörperschaften.

374  ]sjeben  <3em  stark  eingeschränkten  Einfluss  der  Öffentlichen  Hand  befürchteten
Kritiker  unter  nationalem  Blickwinkel  auch  die  Besetzung  der  Kntscheidungsgremien
mit  französischen  Vertretern:  "Mit  der  Übergabe  saarländischen  Besitzes  an  ausländische
  Firmen  verliert  der  Gemeindebürger  sein  Recht,  ausschlaggebend  mitbestimmend
  zu  sein  in  der  Preisgestaltung  des  Gases.  Außerdem  geht  dem  saarländischen

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