Full text : 75 Jahre Saar Ferngas AG

Vorstoß  zurückzogen.322  Zudem  erklärte  das  Reichswirtschaftsministerium
  nur  für  Teile  des  örtlichen  Versorgungsnetzes  in  Metz  und  in  der
Umgebung  von  Diedenhofen  (Didedange)  seine  Bereitschaft,  Übertragungen
  an  die  SFG  vorzunehmen.323
Aufgrund  des  Finanzierungsbedarfs  für  den  Bau  von  Fern-  und  Ortsleitungen
  sowie  Kompressoren-  und  Reinigungsanlagen  reichten  die  seit
1938  aufgenommenen  Anleihen  von  über  13  Mrd.  im  Jahre  1942  nicht
mehr  aus,  weitere  Investitionen  vorzunehmen.324  Da  auch  die  externe
Kapitalbeschaffung  zunehmende  Schwierigkeiten  bereitete,  entschied
sich  die  SFG  zum  15.  Dezember  1942,  ihr  Stammkapital  um  zwei  auf
sechs  Mio.  RM  zu  erhöhen.325

322  StA  Sbr.  G  24/7183:  Aufsichtsratssitzung  vom  9.12.1942;  die  Rhenag  hatte  schon
im  September  1940  eine  eigene  Denkschrift  zur  zukünftigen  Gasversorgung  Lothringens
  vorgelegt.  Im  Gegensatz  zu  den  Plänen  der  SFG  sah  die  Denkschrift  die  Gründung
  einer  eigenen  lothringischen  Gesellschaft  vor,  welche  mit  den  dortigen  Städten
und  Gemeinden  Konzessionsverträge  abschließen  sollte;  BA  Koblenz:  R  4/23:  Denkschrift
  vom  10.9.1940;  vgl.  auch  zur  Rolle  der  Reichswerke  bei  der  Aufteilung  der
lothringischen  und  luxemburgischen  Eisenhütten  Thieleke  (1965),  S.  245  ff.
323  BA  Koblenz:  R  4/23:  Mitteilung  der  SFG  vom  1.8.1941
324  Zum  Finanzierungsbedarf:  Saarbrücker  Ztg.  vom  23.4.1938:  Der  Kapitalbedarf
der  Saarferngas  AG;  GWF,  81.  Jg.  (1938),  Heft  18,  S.  297;  GWF,  83.  Jg.  (1940),  Heft
1,S.  11  f.;  Vieler  (1954),  S.  9
325  StA  Sbr,  G  24/2815:  Aufsichtsratssitzung  vom  15.7.1942;  Homburg  und  St.  Ingbert
  übernahmen  im  Zuge  der  Kapitalerhöhung  jeweils  die  Hälfte  der  Aktienanteile
der  Gemeinnützigen  Gasversorgungsgesellschaft  von  50.000  RM;  per  Genehmigung
der  Hauptversammlung  vom  8.12.1943  gab  die  Haiberger  Hütte  die  im  Zuge  der  Kapitalerhöhung
  vom  16.12.1942  übernommenen  Aktienanteile  von  27.000  RM  jeweils
zu  einem  Drittel  an  die  Röchling-Werke,  die  Burbacher  Hütte  und  das  Neunkircher
Eisenwerk  ab.

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