Saarlouis und Saarbrücken, Schmidt und Kurth, an.297 Es ist nahe liegend,
dass diese Aufsichtsratsmitglieder weniger kommunale als parteipolitische
Interessen vertraten.
3. Die Eingliederung der saarländischen Gasvvirtschaft in die
deutsche Rüstungs- und Kriegsindustrie
Auch die saarländische Gaswirtschaft entwickelte sich nach der Rückgliederung
des Saarlandes an Deutschland zu einem Rad im Getriebe
der nationalsozialistischen Rüstungs- und Kriegswirtschaft. Die staatlichen
Interessen nach Sicherstellung eines ausreichenden Gasangebotes
schlugen sich in der weiteren Konzentration der Gaserzeugung, dem
Ausbau der Kokereikapazitäten und der Ausweitung des Gasabsatzes
nieder.
Nachdem die Saarregion vor dem Ersten Weltkrieg und zwischen 1929
und 1933 zwei Stilllegungswellen in der lokalen Gaserzeugung verzeichnete,
gaben bis 1940 weitere sechs kommunale Gaswerke die Eigenerzeugung
auf. Während und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg erhielten
lediglich noch die Gaswerke in Merzig und St. Wendel den Betrieb
aufrecht, weil sich für die beiden etwas abgelegenen Städte die
Verlegung einer Ferngasleitung nicht lohnte. Resultierte in der Pfalz die
Einstellung der Eigenerzeugung sämtlicher lokaler Gaswerke aber aus
der politischen Intervention der Gaubehörde, differierten im Saarland
die Entscheidungsgründe für die Stilllegung der kommunalen Gaswirtschaft
von Fall zu Fall.
Gaswerk
Stilllegung
Schiffweiler
1936
Wiebelskirchen
1938
Dudweiler
1938
Neunkirchen
1939
Illingen
1939
Spiesen
1940
^' A Stadtverband Sbr. G-S/16: Überführung der PGAG in die FGS; Saarbrücker
Ztg. vom 22.12.1937: Saarferngas auf neuer Grundlage; Pfälzer Anzeiger vom
22.12.1937: Steigerung des Absatzes von Ferngas - Gründung der Saar-Ferngas AG
Saarbrücken; Rothenberger (1995), S. 68
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