Full text : 75 Jahre Saar Ferngas AG

Verteilung  des  Aktienkapitals  (gerundet)  der  SFG
zum  21.  Dezember  1937

Kreisgemeinde  Pfalz

Saatgruben  AG
21%

Saarbrücken
19%

pfälzische  Stt
6%

Hütten
21%

GGG
1%

saarländische  Landkreise
16%

Neunkirchen
1%

Die  Gebietskürperschaften  verfügten  zwar  nach  wie  vor  über  58  Prozent
  des  Aktienkapitals,  doch  erschwerte  die  Aufteilung  des  Aktienpaket
  auf  eine  solche  Vielzahl  von  Städten,  Gemeinden  und  Landkreisen  -
nur  die  Stadt  und  der  Landkreis  Saarbrücken  besaßen  noch  nennenswerte
  Beteiligungen  -  eine  effekdve  Interessenwahrnehmung.  Zudem
gehörten  zur  Öffentlichen  Hand  ganz  unterschiedliche  Anteilseigner,
etwa  Großstädte  und  kleinere  Gemeinden,  Städte  mit  hohem  oder  geringem
  Industriebesatz,  sodass  eine  einheitliche  Politik  in  den  entsprechenden
  Gremien  kaum  zustande  kam.296  Insofern  kann  man  auch  für
diese  Phase  erneut  von  einer  "relativen  Entkommunalisierung"  sprechen.

Diese  "relative  Entkommunalisierung"  trifft  auch  auf  die  Besetzung  des
Aufsichtsrats  zu,  nahm  doch  mit  der  Fusionierung  zur  SFG  auch  der
parteipolitische  Einfluss  durch  die  NSDAP  weiter  zu:  Als  Aufsichtsratsvorsitzender
  fungierte  der  stellvertretende  Gauleiter  Leyser,  stellvertretende
  Vorsitzende  wurden  Oberbürgermeister  Imbt  aus  Neustadt
und  der  neue  Saarbrücker  Oberbürgermeister  Schwitzgebel,  beide
NSDAP-Mitglieder.  Der  Partei  gehörten  weiterhin  die  Landräte  von

2%  Saarbrücker  Ztg.  vom  5.7.1935:  Die  Verschmelzung  der  Ferngas  Saar  und  der
Pfalz.  Gas  AG;  GWF,  81.  jg.  (1938),  Heft  1,  S.  15;  Rothenberger  (1995),  S.  67

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