Full text : 75 Jahre Saar Ferngas AG

All  diese  Einwände  brachten  Bürckel  nicht  mehr  von  seiner  unnachgiebigen
  Haltung  ab.  Sein  Bestreben  ging  einzig  und  allein  dahin,  die  bis
Anfang  1935  voneinander  getrennten  Gebiete  zu  einem  einheitlichen
wirtschaftlichen  Gebilde  zusammenzufassen  und  die  Einflussmöglichkeiten
  der  Partei  innerhalb  leistungsfähiger  regionaler  Energieunternehmen
  auszubauen.  Im  Zuge  der  Leitungsbaues  sollten  auch  die  beiden
  bestehenden  Gesellschaften,  FGS  und  PGAG,  zu  einer  einzigen
Produktions-  und  Verteilergesellschaft  zusammengefasst  und  die  Aufsichtsräte
  beider  Gesellschaften  von  missliebigen  Vertretern  gesäubert
werden.  Ende  1935  berief  er  Kreisleiter  Wittwer,  der  Ecarius  zeitweise
unterstützt  hatte,  ab.  Über  Richard  Imbt,  stellvertretender  Aufsichtsratsvorsitzender
  der  PGAG,  drängte  Bürckel  Ecarius  auch  aus  dem
Aufsichtsrat;  er  wurde  im  Juli  1936  von  einem  Beigeordneten  ersetzt
und  später  auch  als  Oberbürgermeister  abgelöst.
Nach  Verhängung  dieser  Sanktionen  erlahmte  die  Gegenwehr  der
Ferngasgegner  endgültig.  Zwischen  Februar  und  April  1936  stellten  elf
kommunale  Gaswerke  der  Pfalz  -  darunter  auch  Ludwigshafen  -  die  Eigenerzeugung
  ein,  nachdem  die  Bauarbeiten  am  5.  Februar  1936  abgeschlossen
  wurden.  Die  örtlichen  Gasbehälter  blieben  als  Speicherraum
in  Funktion.289  Aus  militärpolitischen  Gründen  mied  die  Leitung  die

rung  der  Saar,  Energiewirtschaftsgesetz  oder  Führerprinzip,  Ausfuhrförderung  oder
Devisenbeschaffung  und  ähnliche  schöne  Argumente,  die  zwar  fehl  am  Platze,  aber  zu
Tarnungszwecken  durchaus  geeignet  sind,  ja,  man  ist,  vielleicht  aus  ernster  Ueberzeugung
  von  der  Größe  der  eigenen,  nicht  unrentablen  Aufgabe  -  so  kühn,  man  kann  es
auch  anders  nennen,  sich  auch  einmal  gelegentlich  als  Beauftragten  des  Führers  zu  bezeichnen";
  zitiert  nach  Frankfurter  Ztg.  vom  25.11.1936:  Einwände  gegen  Ferngaslieferung

289 jm  einzelnen  stellten  die  Gaswerke  die  Eigenerzeugung  an  folgenden  Terminen
ein:

Gaswerk  Landau

6.2.1936

Gaswerk  Bad  Dürkheim

10.2.1936

Gaswerk  Hassloch

14.2.1936

Gaswerk  Neustadt

15.2.1936

Gaswerk  Oppau

19.2.1936

Gaswerk  Speyer

27.2.1936

Gaswerk  Lambrecht

2.3.1936

Gaswerk  Oggersheim

4.3.1936

Gaswerk  Frankenthal

18.3.1936

Gaswerk  Zweibrücken

4.4.1936

Gaswerk  Ludwigshafen

23.4.1936

Gaswerk  Germersheim

1937

Gaswerk  Kirchheimbolanden

1938

Gaswerk  Hettenleidelheim

1938

Gaswerk  Grünstadt

1938

349
            
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