tung der Versorgungsunternehmen verbleiben. Schließlich sollten sie zu
einfachen Abteilungen herabgestuft werden.263
Die Wirtschaftsgruppe Gas- und Wasserversorgung verwies jedoch
über ihren Leiter Behrens darauf, dass ihr im Laufe des Krieges zusätzliche
Aufgaben zufielen. Aufgrund verschiedener Erlasse sei sie mit der
Schadenshilfe Gas, Wasser und Elektrizität betraut worden und zudem
für die Instandsetzungsarbeiten in den Gas- und Wasserwerken, die
Erweiterung des Gastankstellennetzes und teilweise für das Treibstoffprogramm
verantwortlich. Von daher sei nicht daran zu denken, Personal
einsparen zu können.264 Auch der Deutsche Gemeindetag sprach
sich gegen eine Neuordnung aus. Die Steigerung der Energieerzeugung
und der Ausbau des Verbundnetzes hingen nicht von einer Umorganisation
ab. Zudem ließe sich das natürliche Wettbewerbsverhältnis zwischen
den beiden Energiearten Strom und Gas nicht dadurch auflösen,
dass den beiden Wirtschaftszweigen die Vertretung in eigenen Wirtschaftsgruppen
genommen würde.265 Da im November 1944 die
Versorgungslage infolge von Fliegerangriffen und den damit verbundenen
Zerstörungen sehr angespannt war, wurde die Neuorganisation
nicht mehr vollzogen.
Vor dem Hintergrund von Aufrüstung und Kriegsvorbereitung brachte
die nationalsozialistische Phase nicht nur beträchtliche Verbrauchszuwächse
des Gasabsatzes, sondern sie erweiterte auch den Einflussbereich
sowohl der überregionalen als auch der regionalen Ferngasunternehmen.
Zum einen betrauten die Nationalsozialisten deren Vertreter
mit den wichtigsten Führungsaufgaben, z.B. innerhalb des Führerrats,
der Reichsgruppe Energiewirtschaft, der Wirtschaftsgruppe Gas- und
Wasserversorgung sowie verschiedener Hauptausschüsse, zum anderen
nahmen die staatlichen Stellen wiederum die Ferngasunternehmen in
Anspruch, wenn es etwa um die Aufstellung oder Durchführung neuer
Projekte ging. Die Ferngasunternehmen und deren Repräsentanten
nahmen die ihnen zugestandenen Einflussmöglichkeiten zu ihrem
Vorteil wahr; weitere Konzentrationsprozesse und eine fortschreitende
Entkommunalisierung der Gasversorgung - durch Stilllegung der Eigenerzeugung
und der Abtretung der Industriekunden - resultierten
daraus.
2^3 BA Abt. Potsdam: R 3101/9284: Zusammenarbeit und Aufgabenteilung zwischen
Reichsgruppe und Wirtschaftsgruppen vom 9.2.1944
264 BA Abt. Potsdam: R 3101/9284: Brief an G1WE vom 18.10.1944
265 BA Abt. Potsdam: R 3101/9284: Brief vom 27.10.1944
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