ale Härten zu vermeiden, stand es den Versorgungsunternehmen jedoch
frei, die Einschränkungen zu differenzieren. Manche Haushalte
brauchten deshalb nur fünf Prozent, andere Haushalte mussten zehn
Prozent Gas sparen. Wegen des hohen bürokratischen Aufwands dürfte
auch dieser Maßnahme nur geringer Erfolg beschieden gewesen sein.
Auch für den Bereich der Gaserzeugung nahm die Zahl der zuständigen
Stellen mit zunehmender Kriegsdauer weiter zu. Wachsende Bedeutung
erlangte der so genannte Kontingentausschuss, der über die
Zuteilung von Kontingenten an Eisen, NE-Metallen und Bauholz entscheiden
sollte, sowie zwei beim GIWE angesiedelte Hauptausschüsse:
der Hauptausschuss Kraftwerks- und Leitungsbau sowie der Hauptausschuss
Gaserzeugungsanlagen und Leitungsbau.260 Obwohl sich die
Hauptausschüsse zunächst nur mit Fragen der Normung und der technischen
Rationalisierung beschäftigen sollten, gingen sie ebenfalls dazu
über, sich mit Baugenehmigungen zu befassen. Zudem entschieden sie
über die Reihenfolge der Baumaßnahmen auf der Grundlage von Bedarfsanforderungen.261
Spätestens jetzt, schlug die Kompetenzaufteilung
in eine Überorganisation und Bürokratisierung um: "Aus diesem
Örganisationsgustand entwickelte sich sehr bald ein Neben- und Durcheinander.
Da die Leiter der Ausschüsse, Arbeitskreise und Wirtschaftsgruppen personengleich
sind, entsteht unvermeidbar eine Doppelarbeit von Wirtschaftsgruppen, Hauptausschüssen
und Arbeitskreisen untereinander, und zwischen diesen Stellen und der
Leichsgruppe erhob sich daher die Forderung die Leichsgruppe auf nichttechnische
Dinge gu beschränken “.262
Insbesondere die Reichsgruppe forderte deshalb über ihren kommissarischen
Leiter, Fischer, erneut die grundlegende Umgestaltung der
Reichsgruppe und der ihr untergeordneten Wirtschaftsgruppen. Sämtliche
energiewirtschaftlichen Aufgaben sollten auf die Reichsgruppe
übergehen, den Wirtschaftsgruppen lediglich die Betreuung und Bera¬260
Dem Kontingentausschuss gehörten seinerseits außer Vertretern des Generalinspektors
für Wasser und Energie, je ein Vertreter der Reichsgruppe und der Wirtschaftsgruppen
an.
261 BA Koblenz: R 4/492: Gliederung der Arbeitskreise und Sonderausschüsse der
Energieversorgung; die Energieplanung beim GIWE setzte sich aus Vertretern der
Energieversorgungsunternehmen, des Bergbaus und der Chemieindustrie zusammen.
Die beiden Arbeitskreise waren ihrerseits untergliedert. So bestand der Arbeitskreis
Gaserzeugungs- und Leitungsbau aus den drei untergeordneten Arbeitskreisen Entgasung,
Vergasung und Gasverteilung.
262 BA Abt. Potsdam: R 3101/9284: Besprechung bei der Reichsgruppe Energiewirtschaft
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