Vollmachten gleichfalls im Sinne der n'Flurbereinigung'd.h. der Kontentrationshestrebungen
und der Zurückdrängung des gemeindlichen Einflusses wie auch der
Aufsichtsbefugnisse des Innenministeriums und der Beratung durch den Deutschen
Gemeindetag gu nütgen, um die gemeindlichen Betriebe noch stärker der Keichsgruppe
der Energiewirtschaft gu unterstellen"Nach weniger als zwei Jahren
Amtszeit legte Dillgardt Ende 1940 sein Amt nieder.
Mit der Einsetzung des Reichs mini sters für Bewaffnung und Munition,
Fritz Todt, als Generalinspektor für Wasser und Energie (GIWE) per
Erlass vom 29. Juli 1941 begann die dritte Phase der nationalsozialistischen
Energiepolitik. Das oberste Ziel hieß nun, durch die Ausgliederung
sämtlicher mit Energiepolitik befassten Abteilungen des Reichswirtschaftsministeriums,
des Reichsministeriums für Ernährung und
Landwirtschaft und des Reichsverkehrsministeriums die gesamte Energiewirtschaft
auf die Erfordernisse der Kriegswirtschaft auszurichten.
Lediglich die Kompetenzen in Zusammenhang mit der Bereitstellung
der für die Energiewirtschaft erforderlichen Werkstoffe und Kohle
verblieb beim Reichswirtschaftsminister. Formal war der GIWE als
Oberste Reichsbehörde damit dem Reichswirtschaftsministerium und
dem Beauftragten für den Vierjahresplan gleichgestellt.253 254
Nach dem Scheitern des Blitzkriegkonzeptes im Winter 1941 spitzte
sich unterdessen die Versorgungslage in der Gaswirtschaft zu. Insbesondere
die unzureichende Kohleförderung führte zu langwierigen
Auseinandersetzungen mit der Eisenindustrie und der Chemischen Industrie
um die Zuteilung zusätzlicher Kohlemengen. Uber einen Generalplan
für die Gaswirtschaft versuchte sich der GIWE einen genauen
Überblick über die Verhältnisse zu verschaffen. Da die Behörde aber
über nicht genügend Personal verfügte, beauftragte sie die Ferngasgesellschaften
und ihnen nahe stehende Studiengesellschaften mit Untersuchungen
und der Erstellung von Maßnahmekatalogen.255
Die Vorschläge liefen auf eine weitere Konzentration in der Gaswirtschaft
hinaus. Neben zusätzlichen technischen Maßnahmen bei der
Gaserzeugung (restlose Vergasung; Nutzung von Gichtgas und Generatorgas
zur Freimachung von Kesselfeuerungsgas) und dem weiteren
Leitungsbau machten sich die Vertreter der Ferngaswirtschaft wie
Bergwerksdirektor Roelen für die Stilllegung weiterer Ortsgaswerke und
die Eingliederung in die Ferngasversorgung stark. Die Gaswirtschaft
253 Matzerath (1970), S. 406
254 GWF, 84. lg. (1941), Heft 33, S. 471; Matzerath (1970), S. 409 f.; Ludwig (1978),
S. 47
233 BA Koblenz: R 4/274: Vortrag Lohmann über Stand der deutschen Großraumgaswirtschaft
vom 18.12.1941
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