Full text: 75 Jahre Saar Ferngas AG

Ernsthafte Schritte, in die Verhandlungen einzugreifen, unternahm die 
pfälzische Gaswirtschaft aber nicht. Sie stellte die Ferngasversorgung 
nun vielmehr wieder gegenüber der Eigenerzeugung und der teilweisen 
Gruppengasversorgung zurück. Zu diesem Zweck ließ sie sich im Au¬ 
gust 1931 und im juni 1932 vom Ingenieurbüro Oskar von Miller in 
zwei Gutachten genauere Planungen ausarbeiten. Letzteres sprach sich 
eindeutig gegen eine Ferngasversorgung aus.224 
Die FGS, nun ihrerseits befürchtend, ein für alle Mal die Pfalz als Ab¬ 
satzgebiet zu verlieren, besserte ihr Angebot an die PGAG Anfang 
1933 nach. Dieses verbesserte Angebot sah vor, dass die FGS Kokerei¬ 
gas von den saarländischen Hütten bezog, das sie am Ausgangsort der 
Ferngasleitung in Homburg reinigen und auf den erforderlichen Druck 
komprimieren wollte, von wo es über Hochdruckleitungen in die wich¬ 
tigsten Verbrauchsgebiete geleitet werden sollte. Der PGAG oblag, 
nachdem sie das Gas in Übergabestationen abgenommen hatte, die 
Verteilung an die kommunalen Endverteiler, industrielle Großabneh¬ 
mer und an die Bewohner kleinerer Landgemeinden mittels Mittel- und 
Niederdruckleitungen. 
Die jährliche Absatzmenge veranschlagte die FGS auf insgesamt 25,5 
Mio. Kubikmeter, die sich auf die bereits mit Gas versorgten Gemein¬ 
den (15 Mio.), auf neuanzuschließende Gemeinden (2,3 Mio.) sowie aut 
die Großindustrie (7,5 Mio.) aufschlüsselte. Zur Verteilung der Gas¬ 
mengen benötigte die PGAG - laut den Untersuchungsergebnissen der 
FGS - zehn Übergabestationen (200.000 Mark), rund 150 Kilometer 
Hochdruckleitungen (1,6 Mio. Mark), rund 40 Übergabestationen von 
Hochdruckleitungen zu Ortsnetzen und Industriekunden (150.000 
Mark), 25 Ortsnetze für neuanzuschließende Gemeinden (1,2 Mio. 
Mark), zehn Anschlüsse für die Großindustrie (50.000 Mark), weiterhin 
für die Projektierung, Bauleitung und für Rückstellungen (300.000 
Mark), sodass sich die Investitionskosten auf insgesamt 3,5 Mio. Mark 
beliefen. Davon sollte die PGAG etwa 700.000 Mark als Eigenkapital 
aufbringen, die restlichen Mittel wurden bei der Deutschen Gesellschaft 
für Öffentliche Arbeiten in Form eines zinsvergünstigten Darlehens 
beantragt. 
Volksstimme vom 28.1.1931: Eine Chance der Saar-Ferngas AG; Saarbrücker Ztg. 
vom 30.9.1931: Vorläufig keine Ferngasversorgung der Pfalz; Wasser und Gas, 22. Jg. 
(1931), Nr. 3/4, S. 158; Der Rheinpfälzer vom 22.10.1931: Das Problem der Ferngas¬ 
versorgung in der Pfalz; Saarbrücker Ztg. vom 13.2.1932: Um die Gasversorgung der 
Pfalz; Wasser und Gas, 22. Jg. (1932), Nr. 13, S. 547-550; Pfälzische Rundschau vom 
30.9.1932: Gruppen- und Ferngas für die Pfalz; Rothenberger (1995), S. 55 
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