benenfalls auf die Absatzgebiete von Süwega und Hegoka auszuweiten.221
Doch es dauerte ein weiteres Jahr, bis die Ferngasgesellschaft Saar nur
wenige Tage nach ihrer formalen Gründung im Juni 1929 der PGAG
einen Liefervertrag vorlegte. Nach Prüfung der Vertragsklauseln lehnte
die PGAG eine Kooperation mit der FGS bis auf weiteres ab. Ihre
Kritik bezog sich hauptsächlich darauf, dass eine hohe, gleichmäßige
Gasqualität nicht garantiert werden könne, der Gaspreis vor allem bei
niedrigen Gasbezügen zu hoch sei, generell klare Richtlinien für die
Preisbildung fehlten und die Frage der Belieferung von Industriekunden
über die Kommunalunternehmen oder die Ferngasgesellschaft ungeklärt
sei. Zusammenfassend kam die Expertise zu der Schlussfolgerung:
"Wie aus allem hervorgeht, Ist die FGS in technischer Begehung absolut
noch nicht in der Gage, heute Ferngas in der gewünschten Qualität liefern gu können
. z
Da sich gleichzeitig die saarländische Gaswirtschaft und die Ruhrgaswirtschaft
erst einmal über eine Aufteilung der Versorgungsgebiete in
Hessen, West- und Süddeutschland verständigen wollten, sah sich auch
die PGAG nicht zum Handeln veranlasst. Im Dezember 1929 kam jedoch
eine entsprechende Einigung zwischen der RAG und der saarländischen
Gaswirtschaft über die Aufteilung der Liefergebiete zustande.
Dabei wurde die Pfalz der Saar als Versorgungsgebiet zugesprochen.
Die FGS legte indes zunächst kein neues Angebot vor, folglich blieb
auch die PGAG bei ihrer abwartenden Haltung. "Es frage sich", so der
Oberbaudirektor von Ludwigshafen, Oefverberg, "was weiter gu geschehen
habe, ob insbesondere die 1Verhandlungen beschleunigt, oder ob vielleicht besser eine
abwartende Stellung eingenommen werden soll Es müsse im letzteren allerdings
damit gerechnet werden, dass die Interessen der PGAG vollständig unbeachtet
geblieben sind, und dass (...) die Pfalgjegliche Bedingungen schlucken müsse. Deshalb
sei es vielleicht besser; sich an der Frage der Gasfernversorgung aktiver gu
beteiligen und es müsse versucht werden, dass die PGAG gu weiteren Verhandlungen
gugegogen wird“223
991
Landauer Anzeiger vorn 13.6.1928: Um die Ferngasversorgung in Süddeutschland
222 LA Speyer H 3/7709: Bericht über den Stand der Gasfernversorgung in der Pfalz;
Neue Pfälzische Landesztg. vom 21.12.1929: Interessenpolidk in der Ferngasversorgung;
Rothenberger (1995), S. 53
223 LA Speyer H 3/7706 II: Sitzung der PGAG vom 17.12.1929; auch: Pfälzische
Rundschau vom 19.6.1930: Probleme der Ferngasversorgung; Südwestdeutsche Wirtschafts-Ztg.
vom 20.6.1930: Zur Frage der Ferngasversorgung in der Pfalz; GWF, 73.
Jg. (1930), Heft 20, S. 484
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