Full text : 75 Jahre Saar Ferngas AG

prognostizierten  Abnahmemengen,  der  Investitionskosten  und  der
Wirtschaftlichkeit  der  fünf  Projekte  empfahl  von  Miller,  die  vorhandenen
  Gaswerke  zusammenschließen,  die  Gaserzeugung  auf  die  rentabelsten
  Anlagen  zu  konzentrieren  und  die  auf  den  Verbindungsstrecken
liegenden  Ortschaften  an  das  Gasnetz  anzuschließen,  während  die  übrigen
  Gemeinden  durch  die  Pfalzwerke  mit  Wärmestrom  versorgt  werden
  sollten.216
Da  die  saarländische  Ferngasgesellschaft  nun  ihrerseits  befürchtete,
durch  den  Aufbau  der  Gruppengasversorgung  ein  unternehmensstrategisch
  zentrales  Absatzgebiet  zu  verlieren,  besserte  sie  ihr  inzwischen
unterbreitetes  Angebot  nach.  Die  PGAG  beauftragte  im  Oktober  1932
wiederum  das  Büro  von  Miller,  den  Ferngasbezug  zu  prüfen  und  Vergleiche
  gegenüber  der  Gruppengasversorgung  anzustellen.  Das  Gutachten
  vom  März  1933  empfahl  uneingeschränkt  den  Übergang  zur
Ferngasversorgung.  Zwar  war  damit  der  Widerstand  der  Gruppengasbefürworter
  keineswegs  gebrochen,  und  propagierten  insbesondere
Neustadt  und  Ludwigshafen  eine  Gasversorgung  von  ihren  Betrieben,
doch  isolierten  sie  sich  zunehmend  von  den  restlichen  lokalen  Gaswerken.
  Das  übrige  taten  nach  der  Machtübernahme  der  Nationalsozialisten
  die  massiven  beschäftigungs-  und  wirtschaftspolitischen  Interessen,
die  einer  Belieferung  der  Pfalz  mit  Kokereigas  aus  dem  Saarland  zukamen.


Ausläuferleitungen  wegen  Unrentabilität  nicht  gebaut  werden,  und  untersucht,  wie
sich  die  elektrische  Wärmeversorgung  der  restlichen  86  Gemeinden  gestalten  würde,
wenn  sie  von  den  Pfalzwerken  im  Anschluß  an  vorhandene  Licht-  und  Kraftversorgung
  auch  mit  Wärmestrom  beliefert  würden.
Das  5.  Projekt  schließlich  behandelt  die  Lage  in  der  Annahme,  dass  ein  Gaswerkszusammenschluß
  nicht  möglich  sein  sollte,  dass  somit  die  Verbindungsleitungen  wegfallen
  und  damit  auch  eine  Gasversorgung  in  den  erwähnten  27  Gemeinden  nicht  in
Frage  komme.  Hierbei  ist  angenommen,  dass  die  Pfalzwerke  sowohl  die  genannten  86
wie  auch  die  27  Gemeinden  mit  Wärmestrom  versorgen  müßten;  LA  Speyer  H
3/10687:  Gutachten  für  die  Pfälzische  Gas  AG;  Pfälzische  Rundschau  vom  30.9.1932:
Gruppen-  und  Ferngas  für  die  Pfalz;  Rothenberger  (1995),  S.  55  ff.
LA  Speyer  H  3/7706  II:  Geschäftsbericht  der  PGAG  für  das  Jahr  1931/32;
Pfälzische  Rundschau  vom  4.8.1932:  Die  Gasversorgung  der  Vorderpfalz

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