gaswerk der Stadt Ludwigshafen, dessen Produktion den Absatz sämtlicher
restlicher Gaswerke übertraf. Auch in der Wirtschaftlichkeit wichen
die Indikatoren stark voneinander ab. Während etwa Landau und
Zweibrücken hohe Deckungsbeiträge erzielten, lag in Dürkheim der
Gaspreis noch unter den Gesamtkosten. Zudem galt gerade dieses
Gaswerk als völlig veraltet.
Vor diesem Hintergrund setzte im Laufe des Jahres 1931 erneut eine
Diskussion ein, Gruppengasnetze aufzubauen, in die die leistungsfähigsten
Werke in Neustadt, Ludwigshafen, Landau und Speyer Gas einspeisen
sollten. Eine genauere Einschätzung sollte ein Gutachten
erbringen, das die PGAG im September 1931 beim Ingenieurbüro Oskar
von Miller in München in Auftrag gab. Die Aufgabenstellung umfasste
neben Untersuchungen über den möglichen Gasabsatz in den
einzelnen Städten und Gemeinden, der Ermittlung der Leistungsfähigkeit
und Wirtschaftlichkeit der bestehenden Gaswerke auch die Berechnung
der Anlage- und Betriebskosten einer Gruppengasversorgung
für die gesamte Vorderpfalz.214
Ende Juni 1932 legte das Ingenieurbüro seinen Abschlußbericht vor, in
dem fünf Projekte alternativ untersucht wurden.215 Nach Vergleich der
Pfälzischer Kurier vom 22.10.1931: Das Problem der Ferngasversorgung in der
Pfalz; Saarbrücker Ztg. vom 20.3.1932: Die Auseinandersetzung über die Energieversorgung
der Pfalz; Schleyer (1934), S. 59 ff.
Über die untersuchten Projekte berichtete die Pfälzische Rundschau vom
30.9.1932 im Detail:
"1. Projekt befaßt sich nur damit, wie sich jetzt und in Zukunft der technische und
wirtschaftliche Betrieb der in der Vorderpfalz vorhandenen 15 Gaswerke gestalten
würde, wenn wie bisher jedes Gaswerk das für sein Versorgungsgebiet notwendige
Gas selbst herstellt. Dabei werden zur Zeit etwa 290.000 Einwohner der Vorderpfalz
mit Gas versorgt.
Dieses Projekt dient lediglich als Vergleichsmaßstab zum Projekt 2, bei dem angenommen
wird, dass die bestehenden pfälzischen Werke sich technisch und wirtschaftlich
zusammenschließen, wobei die Werke untereinander durch Rohrleitungen verbunden
werden, während das Gas in den am billigsten arbeitenden Werken erzeugt
wird, während die anderen ganz oder teilweise stillgelegt werden. Naheliegend ist bei
diesem Projekt die Miteinbeziehung dazwischen liegender 27 Gemeinden mit rund
60.000 Einwohnern.
ln dem 3. Projekt wird untersucht, ob man durch Anschluß von Ausläuferleitungen
nicht nur diese Gemeinden, sondern auch eine wesentlich größere Anzahl und zwar
weitere 86 Gemeinden mir rd. 120.000 Einwohnern anschließen könne. Der Gedanke,
alle Gemeinden der Vorderpfalz in zentraler Weise mit Gas zu versorgen, wobei weitere
125 Gemeinden mit 100.000 Einwohnern in Frage gekommen wären, mußte als
unwirtschaftlich aufgegeben werden.
ln den 4. Projekt werde angenommen, dass bei einem Zusammenschluß der Gaswerke
zwar die auf den Verbindungsleitungen liegenden Gemeinden mitversorgt, aber die
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