Full text : 75 Jahre Saar Ferngas AG

gaswerk  der  Stadt  Ludwigshafen,  dessen  Produktion  den  Absatz  sämtlicher
  restlicher  Gaswerke  übertraf.  Auch  in  der  Wirtschaftlichkeit  wichen
  die  Indikatoren  stark  voneinander  ab.  Während  etwa  Landau  und
Zweibrücken  hohe  Deckungsbeiträge  erzielten,  lag  in  Dürkheim  der
Gaspreis  noch  unter  den  Gesamtkosten.  Zudem  galt  gerade  dieses
Gaswerk  als  völlig  veraltet.

Vor  diesem  Hintergrund  setzte  im  Laufe  des  Jahres  1931  erneut  eine
Diskussion  ein,  Gruppengasnetze  aufzubauen,  in  die  die  leistungsfähigsten
  Werke  in  Neustadt,  Ludwigshafen,  Landau  und  Speyer  Gas  einspeisen
  sollten.  Eine  genauere  Einschätzung  sollte  ein  Gutachten
erbringen,  das  die  PGAG  im  September  1931  beim  Ingenieurbüro  Oskar
  von  Miller  in  München  in  Auftrag  gab.  Die  Aufgabenstellung  umfasste
  neben  Untersuchungen  über  den  möglichen  Gasabsatz  in  den
einzelnen  Städten  und  Gemeinden,  der  Ermittlung  der  Leistungsfähigkeit
  und  Wirtschaftlichkeit  der  bestehenden  Gaswerke  auch  die  Berechnung
  der  Anlage-  und  Betriebskosten  einer  Gruppengasversorgung
für  die  gesamte  Vorderpfalz.214
Ende  Juni  1932  legte  das  Ingenieurbüro  seinen  Abschlußbericht  vor,  in
dem  fünf  Projekte  alternativ  untersucht  wurden.215  Nach  Vergleich  der

Pfälzischer  Kurier  vom  22.10.1931:  Das  Problem  der  Ferngasversorgung  in  der
Pfalz;  Saarbrücker  Ztg.  vom  20.3.1932:  Die  Auseinandersetzung  über  die  Energieversorgung
  der  Pfalz;  Schleyer  (1934),  S.  59  ff.
Über  die  untersuchten  Projekte  berichtete  die  Pfälzische  Rundschau  vom
30.9.1932  im  Detail:
"1.  Projekt  befaßt  sich  nur  damit,  wie  sich  jetzt  und  in  Zukunft  der  technische  und
wirtschaftliche  Betrieb  der  in  der  Vorderpfalz  vorhandenen  15  Gaswerke  gestalten
würde,  wenn  wie  bisher  jedes  Gaswerk  das  für  sein  Versorgungsgebiet  notwendige
Gas  selbst  herstellt.  Dabei  werden  zur  Zeit  etwa  290.000  Einwohner  der  Vorderpfalz
mit  Gas  versorgt.
Dieses  Projekt  dient  lediglich  als  Vergleichsmaßstab  zum  Projekt  2,  bei  dem  angenommen
  wird,  dass  die  bestehenden  pfälzischen  Werke  sich  technisch  und  wirtschaftlich
  zusammenschließen,  wobei  die  Werke  untereinander  durch  Rohrleitungen  verbunden
  werden,  während  das  Gas  in  den  am  billigsten  arbeitenden  Werken  erzeugt
wird,  während  die  anderen  ganz  oder  teilweise  stillgelegt  werden.  Naheliegend  ist  bei
diesem  Projekt  die  Miteinbeziehung  dazwischen  liegender  27  Gemeinden  mit  rund
60.000  Einwohnern.
ln  dem  3.  Projekt  wird  untersucht,  ob  man  durch  Anschluß  von  Ausläuferleitungen
nicht  nur  diese  Gemeinden,  sondern  auch  eine  wesentlich  größere  Anzahl  und  zwar
weitere  86  Gemeinden  mir  rd.  120.000  Einwohnern  anschließen  könne.  Der  Gedanke,
alle  Gemeinden  der  Vorderpfalz  in  zentraler  Weise  mit  Gas  zu  versorgen,  wobei  weitere
  125  Gemeinden  mit  100.000  Einwohnern  in  Frage  gekommen  wären,  mußte  als
unwirtschaftlich  aufgegeben  werden.
ln  den  4.  Projekt  werde  angenommen,  dass  bei  einem  Zusammenschluß  der  Gaswerke
  zwar  die  auf  den  Verbindungsleitungen  liegenden  Gemeinden  mitversorgt,  aber  die

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