gungspläne zu werben. Dagegen beharrten die Vertreter der pfälzischen
Gaswerke auf dem Status quo oder verfolgten eigene Expansionspläne.
Zwar legte die LuK schon nach wenigen Wochen ein Versorgungsprojekt
für die Vorderpfalz vor, das den Bau einer Hochdruck-Ringgasleitung
vom Gaswerk Ludwigshafen über Speyer, Germersheim,
Landau, Neustadt, Bad Dürkheim, Grünstadt und Frankenthal sowie
zusätzliche Zweigleitungen vorsah und damit den Vorstellungen des
Ludwigshafener Gaswerks sehr nahe kam.203 Doch hätte ein solches
Modell die Stilllegung mehrerer lokaler Gaswerke zur Folge gehabt, und
daran hatten diese keinerlei Interesse. Und obwohl der Vorschlag der
LuK in weiten Zügen mit den Vorstellungen z.B. des Ludwigshafener
Gaswerks übereinstimmte, und die technische Prüfung durch einen eigens
gegründeten Organisationsausschuss keinerlei Anlass zu irgendwelchen
Einwendungen gab, sollte Kurt Liese das Projekt der LuK einer
zusätzlichen wirtschaftlichen Prüfung unterziehen. Dies brachte
weitere Verzögerungen der Pläne der LuK mit sich.204
Die Wahl von Liese als Berichterstatter hatte zweischneidigen Charakter.
Zwar besaß der Aufbau einer Gruppengasversorgung ohne das
größte pfälzische Gaswerk in Ludwigshafen kaum Realisierungschancen,
doch vermischten sich die betriebswirtschaftlichen und politischen
Interessen der Stadt 1 .udwigshafen mit den allgemeinen energiewirtschaftlichen
Bedürfnissen der Pfalz, ln technischer Hinsicht stände einer
Gruppengasversorgung der Vorderpfalz nach dem Modell der LuK
keine Hindernisse entgegen. Doch in finanzieller Hinsicht enthielt sich
das Gutachten einer Wertung: "Die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojektes
festjiistellen, schien nicht veranlasst, da seine völlige Durchführung in absehbarer
Zeit nicht wohl in Aussicht steht, vielleicht kaum jemals ju erwarten ist".205 Nur
für das Teilprojekt, die Versorgung der 16 Gemeinden in der Umgebung
von Neustadt mit insgesamt 34.000 Einwohnern, sahen alle Beteiligten
konkrete Realisierungschancen.
Die aufkommende Ferngasdiskussion in den Jahren 1927/28 drängte
dann jegliche Umsetzung der Gruppengasplanungen zurück. Ein weiteres
Gutachten vom November 1927, diesmal vom Leiter der Städtischen
Werke in München, Ludwig, brachte ebenfalls keine neuen Aufschlüsse.
Realisierungsfähig seien zum jetzigen Zeitpunkt nur die
Gruppengasversorgung der Vorderpfalz und die Versorgung der Westpfalz
mit Kokereigas von der Saar. Darüber hinaus sprach sich Ludwig
203 GWF, 69. Jg. (1929), Heft 4, S. 121 f.: Ferngasversorgung der Pfalz; Landauer Anzeiger
vom 13.10.1925: Die Gasfernversorgung der pfälzischen Landgemeinden
204 LA Speyer H 3/7706 I: Arbeitsausschuß vom 14.10.1926
203 LA Speyer H 3/7706 I: Strobel zur Gasfernversorgung vom 15.2,1927; Schleyer
(1934), S. 33 ff.
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