hierzu am ehesten prädestiniert, gehörte er doch zu den eher dichtbesiedelten
Gebieten der Pfalz, in welchem mehrere, teilweise sehr kleine
Gaswerke operierten. 1924 schloss die LuK mit der Stadt Deidesheim
einen Gasversorgungsvertrag, das Gas sollte aus dem Gaswerk Mussbach
geliefert werden. Auch Wachenheim stand mit der LuK in Verhandlungen.
In Edenkohen beabsichtigte das Unternehmen ein neues
Gaswerk zur Versorgung der umliegenden Gemeinden mit immerhin
34.000 Einwohnern zu errichten.Iw
Da die bestehenden Gaswerke ihrerseits potentielle Absatzgebiete
schwinden sahen und in dem ein oder anderen Fall selbst die Versorgung
benachbarter Ortschaften in Erwägung zogen, legten sie bei der
Regierung der Pfalz im Februar 1925 Beschwerde ein. 200 "Diepfälzischen
Gaswerke", so der Direktor des Ludwigshafener Gaswerks, Kurt Liese,
"sind bereit und in der Lage, die Gasfernversorgung der Pfalz a^ein in die Hand zu
nehmen".ш Sie forderten, die Staatsstraßen vorerst für die LuK zu sperren.
Um keine Entscheidung zu präjudizieren und eventuell auch den
pfälzischen Gaswerken selbst die Chance einzuräumen, in der Vorderpfalz
eine Gruppengasversorgung in öffentlicher Hand aufzubauen,
untersagte das Bayerische Staatsministerium des Innern im März 1925
die Verlegung von Gasleitungen in den Staatsstraßen. Stattdessen
drängte es darauf, zunächst die Versorgungsmöglichkeiten auch der
kleineren Ortschaften der Pfalz mit Gas näher zu prüfen und legte den
beteiligten Gemeinden, Kreisen und Betrieben die Erstellung eines
Versorgungskonzeptes nahe. Zu diesem Zweck schlossen sich die Vereinigung
pfälzischer Gaswerke, die Pfalzwerke AG als regionalem
Elektrizitätsversorgungsunternehmen, der Verband der Landgemeinden,
Kreis Pfalz sowie die LuK im April 1925 zur Arbeitsgemeinschaft
für Gasversorgung zusammen.* 202
So heterogen sich die Zusammensetzung der Arbeitsgemeinschaft gestaltete,
so unterschiedlich fielen auch die jeweiligen Interessen aus.
Während etwa der Verband der Landgemeinden zum Schutz anschlusswilliger
Gemeinden auf die Ausarbeitung von Musterverträgen
drängte, nutzte die LuK das Gremium, um für ihre eigenen Versor¬^00
LA Speyer H 3/7706 I: Antwortschreiben der Bezirksämter Dürkheim, Frankenthal
und Landau an die Regierung der Pfalz; Pfälzische Rundschau vom 20.11.1924;
Schleyer (1934), S. 1; Rothenberger (1995), S. 43 f.
200 So belieferte das Gaswerk Frankenthal seit 1924 die Gemeinde Eppstein, das
Gaswerk Speyer beabsichtigte, die Gemeinde Schifferstadt zu versorgen und insbesondere
das Ludwigshafener Gaswerk hatte starke Expansionsabsichten in Richtung
Vorderpfalz.
201 LA Speyer H 3/7706 I: Bürgermeisteramt Neustadt vom 24.2.1925
202 GWF, 68. Jg. (1927), Lieft 30, S. 473: Ferngasversorgung der pfälzischen Landgemeinden
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