Forderungen der Nachbarstadt gescheitert waren.190 * Auch die Gemeinde
Oppau erwog um diese Zeit den Aufbau einer Gasversorgung.
Im Oktober 1906 fragte das städtische Gaswerk in Ludwigshafen bei
der Verwaltung, "wegen Ausarbeitung einer Ferngasleitung vom Gaswerke Fudwigshafen
nach benachbarten Orten an, ob die dortige Gemeinde gleichfalls Interesse
an einem Anschluss an diese projektierte Ferngasleitung hat".1,-11 Auch vom Gaswerk
Frankenthal aus wurde der Aufbau einer Gruppengasversorgung
ins Auge gefasst. Da sich das Gaswerk Ludwigshafen vorbehielt, Großabnehmer
wie die BASF direkt zu beliefern und der Gemeinde Oppau
damit bedeutende Abnehmer verloren gegangen wären, gab sie bei der
BAMAG den Bau einer eigenen Anlage in Auftrag, die 1913 eröffnet
wurde.192
Andere Städte übernahmen bis kurz nach der Jahrhundertwende die
ursprünglich privaten oder gemischtwirtschaftlichen Unternehmen in
kommunalen Besitz. In allen Fällen hatte sich die Gasversorgung als sichere
Einnahmequelle erwiesen, sodass die Verwaltungen oftmals noch
vor Ablauf der Pacht- beziehungsweise Konzessionsverträge versuchten,
die Anlagen in städtischen Besitz zu überführen. In Frankenthal besaß
der Konzessionsvertrag mit der "Gas-Anstalt Frankenthal" zwar
eine Laufzeit von 90 Jahren, doch musste die Vertragsdauer in Folge
einer Entschließung des bayerischen Innenministeriums auf 20 Jahre
beschränkt werden. Im Jahre 1882 ging die Anlage für über 200.000
Mark an die Stadt über. Im selben Jahr bemühte sich der Stadtrat von
Neustadt, das private Gaswerk vorzeitig zu übernehmen. Überhöhte
Preisforderungen der Aktionäre ließen jedoch eine Einigung nicht erwarten.
Im Vorfeld neuerlicher Verhandlungen ließ der Stadtrat in zwei
Rechtsgutachten die genaue Höhe der Zeitwerte der Gesellschaft prüfen.
Die Expertisen kamen entgegen den Erwartungen zu dem Ergebnis,
dass die Stadt nach dem Wortlaut der Satzung verpflichtet sei, alle
Bauausgaben in voller Höhe zurückzuerstatten. Auch sei die Gesellschaft
aufgrund der Bestimmungen nicht verpflichtet, Abschreibungen
vorzunehmen. 1886 ging das Gaswerk für über 250.000 Mark in den
Besitz der Stadt über. Zweibrücken brachte 1896 das Gaswerk für eine
Summe von annähernd 500.000 Mark in städtische Obhut. Fandau gelang
es im darauf folgenden Jahr, vorzeitig den auf 50 Jahren laufenden
Konzessionsvertrag mit der "Landauer Gasbereitungs-Gesellschaft"
aufzulösen. Als sich die Gesellschaft im Zuge der Erweiterung der Erzeugungseinrichtungen
vor die Entscheidung gestellt sah, auch einen
190 StA Ludw. Ogg. 687: Brief vom 16.4.1902
^9^ StA Ludw. Opp. 990: Anfrage vom 26.10.1906
l9^ StA Ludw. Opp. 991: Konzessionsbeschreibung; Braun (1953), S. 544
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