werk HADIR in St. Ingbert), scheiterten die Pläne des Unternehmens,
eine Leitung bis in den Trierer Raum zu verlegen, um nicht zuletzt die
Fabriken des Keramikunternehmens Villeroy & Boch in Merzig und
Mettlach an das Ferngasnetz anzuschließen. Ein erster Vertragsentwurf
sah eine jährliche Liefermenge von 45 Mio. Kubikmeter jährlich vor.
Für die ersten 20 Mio. war ein Preis von 22 Cts. angelegt, für jedes
weitere Kubikmeter betrug der Preis 19 Cts. Ein Gutachten, das die
Unternehmensleitung von Villeroy & Boch 1931 erstellen ließ, kam jedoch
zu dem Ergebnis, dass der angebotene Gaspreis zu hoch sei. Im
Gegensatz zur Eisenindustrie sei in der Keramikindustrie die Umstellung
der Öfen auf Kokereigas keineswegs gewinnbringend.166 Offensichtlich
wTollte das Unternehmen das Gutachten dazu benutzen, weitere
Preisnachlässe gegenüber der FGS durchzusetzen. Zudem wartete
die Firmenleitung damit auf, ihr liege ein Angebot der Deutzer Gasmotorenfabrik
vor, wonach die Herstellung von Generatorgas aus
Braunkohle unter dem Preisangebot der FGS liege.167 Da sich die FGS
aber ein für allemal nicht bereit erklärte, Preisnachlässe zu gewähren,
lehnte das Unternehmen das Angebot im April 1931 endgültig ab.168
Die wachsende Bedeutung der Industrie auf die Geschäftsentwäcklung
der FGS lässt sich nicht zuletzt an der Entwicklung des Gasabsatzes
ablesen:169
16161 StA Sbr. G 24/7098: Besprechung vom 1.9.1930
167 StA Sbr. G 24/7098: Schreiben vom 13.2.1931
16^ StA Sbr. G 24/7098: Schreiben vom 17.4.1931; G 24/7120: Geschäftsbericht der
FGS für 1930; 1t. Gaslieferungsvertrag vom 8.4.1938 war eine Abnahme von 50 Mio.
Kubikmeter festgelegt. Der Gaspreis setzte sich aus einer festen Grundgebühr von
72.000 RM pro ]ahr sowie einer variablen Preiskomponente von 2,02 Pfg. je Kubikmeter
zusammen. Der Bau einer Leitung zwischen Saarlouis und Mettlach wurde aber
infolge des Westwallbaus und des Kriegsbeginns erst nach dem Zweiten Weltkrieg
ausgeführt.
16l<9 Zusammengestellt nach Angaben aus den Geschäftsberichten 1930 bis 1935; vgl.
auch Kreutz (1933) und Saarbrücker Ztg. vom 1.4.1934: Die Saarwirtschaft im Übergangsstadium;
Wasser und Gas, 24. Jg. (1934), Nr. 13/14, S. 360: Das Saargas als
Saarhilfe
Der Gasabsatz der Saarwerke der Gasanstalt-Betriebsgesellschaft entwickelte sich im
gleichen Zeitraum wie folgt:
1930/31: 12.118.683 cbm
1932/33: 19.649.960 cbm
1933/34: 22.248.811 cbm
1934/35: 20.960.168 cbm
1935/36: 24.478.465 cbm
1936/37: 29.393.255 cbm
1937/38: 30.862.998 cbm
Diese Zuwächse resultierten lt. Geschäftsberichte sowohl aus dem Neuanschluss von
Gemeinden (Dillingen), dem Übergang kleiner Gaswerke zum Kokereigasbezug
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