Full text : 75 Jahre Saar Ferngas AG

nähme  bis  zu  1,5  Mio.  Kubikmeter  betrug  er  5,5  Pfg.  und  sank  bei  neun
bis  zehn  Mio.  Kubikmeter  Jahresabnahme  auf  3,75  Pfg.  Gewerbliche
Abnehmer  mit  einem  Verbrauch  von  über  100.000  Kubikmeter  jährlich
erhielten  den  Energieträger  zu  3,65  Pfg.149  Zwecks  Umsetzung  des  Vertrages
  beschloss  der  Arbeitsausschuss  der  FGS  im  Mai  1931  zwischen
der  Kokerei  Altenwald  und  St.  Ingbert  eine  Hochdruckleitung  zu  verlegen.
  Die  210.000  RM  teuere  Leitung  wurde  im  Oktober  1931  fertig  gestellt,
  sodass  das  Gaswerk  St.  Ingbert  am  9.  November  1931  die  Erzeugung
  einstellte.150
Ähnlich  lagen  die  Verhältnisse  im  Homburg.  Auch  die  dortige  Erzeugungsanlage
  galt  in  der  Zwischenzeit  als  veraltet.  Obwohl  der  notwendige
  Ausbau  des  Gaswerks  unterblieben  war  und  Abschreibungen  somit
  entfielen,  arbeitete  der  Betrieb  mit  einem  Defizit  von  20.000  RM
jährlich.  Vor  allem  die  Industrie  drängte  die  Stadt,  zur  Ferngasversorgung
  überzugehen.  Nur  auf  diesem  Weg  seien  niedrige  Gaspreise  gewährleistet,
  die  in  den  Betrieben  eine  Umstellung  auf  Gas  als  Wärmeträger
  finanziell  akzeptabel  machten.  Weniger  die  technischen
Probleme  im  Zuge  der  Ferngasumstellung  -  das  in  der  Nähe  des  Bahnhofs
  gelegene  Eisenwerk  verfügte  bereits  über  eine  Leitungsverbindung
mit  der  Neunkircher  Hütte  -  als  vielmehr  die  politischen  Begleitumstände
  einer  Umstrukturierung  der  kommunalen  Gasversorgung  stellten
sich  als  eigentliches  Hindernis  für  einen  schnellen  Vertragsabschluss
heraus,  galt  doch  der  Homburger  Bürgermeister  Ruppersberg  lange
Jahre  als  einer  der  vehementesten  Gegner  der  Ferngasversorgung.  Der
Vertrag,  den  die  Stadt  am  28.  ]uli  1931  mit  der  FGS  vereinbarte,  schloss
sich  in  fast  allen  Passagen  an  den  von  St.  Ingbert  an.  Lediglich  die
garantierte  Mindestabnahme  von  einer  Mio.  Kubikmeter  lag  noch  etwas
höher  als  in  St.  Ingbert.151  Die  Stadt  errichtete  fortan  eine  1.200  Meter
lange  Verbindungsleitung  zum  Eisenwerk  sowie  eine  Reiniger-  und
Druckregleranlage.  Die  Eigenerzeugung  wurde  in  Homburg  am  3.
November  1931  eingestellt.152
Auch  in  Mittelbexbach,  einem  Nachbarort  von  Homburg,  führten  die
großen  finanziellen  Probleme  des  örtlichen  Gaswerks  zu  seiner  Stilllegung.
  Seit  1921  befand  sich  der  kommunale  Betrieb  in  wirtschaftlichen
Schwierigkeiten,  die  auch  die  beauftragte  Firma  Johann  Brandt  aus

A  Stadtverband  Sbr.  G-S/7:  Vertrag  vom  15.7.1931
Saarländische  Tagesztg.  vom  10.2.1942:  Fünfundsiebzig  Jahre  Gasversorgung  in
der  Stadt  St.  Ingbert;  Krämer  (1955),  S.  212;  Preiß  (1964),  S.  126;  Westpfälzische
Rundschau  vom  9.2.1967:  Mit  Gas  begannen  die  Stadtwerke  ihre  Arbeit
A  Stadtverband  Sbr.  G-S/7:  Vertrag  vom  28.7.1931
Saarbrücker  Ztg.  vom  5.11.1931:  Ferngasversorgung  von  Homburg;  Neikes
(1933),  S.  837;  Saarbrücker  Ztg.  vom  4.6.1947:  Die  Gasversorgung  von  Homburg

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