3. Die Entwicklung der Ferngasgesellschaft Saar bis zur Rückgliederung
des Saarlandes an Deutschland
Mit dem Auftreten der FGS als eigenständigem Regionalversorger
standen mehrere Gemeinden vor der Wahl, die Eigenerzeugung aufrechtzuerhalten
oder zur Kokereigasversorgung überzugehen. Konzentrierte
sich die GBG mit ihren Aktivitäten auf die Landkreise Saarbrücken,
Saarlouis und Ottweiler, verblieben der FGS schwerpunktmäßig
die beiden pfälzischen Bezirke Homburg und St. Ingbert als aufnahmefähige
Absatzgebiete. Zwischen 1929 und 1935 legten vier
Kommunen ihre Gaswerke still, so dass man für diese Phase, nach der
Phase vor dem Ersten Weltkrieg, von einer zweiten Zentralisierungsbeziehungsweise
Entkommunalisierungswelle sprechen kann.
Gaswerk
Stilllegung
St. Ingbert
1931
Bous
1931
Homburg
1931
Mittelbexbach
1933
Während Bous schon seit 1926 Kokereigas über die GBG zur Deckung
des Spitzenlastbedarfs bezog, legten Anfang der 30er Jahre die drei
saarpfälzischen Gemeinden St. Ingbert, Homburg und Mittelbexbach
ihre Betriebe still.
St. Ingbert schloss am 15. Juli 1931 als erste saarpfälzische Stadt einen
Liefervertrag mit der FGS ab. Da die steigende Nachfrage nach Gas
den Neubau einer Ofenanlage im kommunalen Gaswerk erforderlich
machte, die beengten Platzverhältnisse eine Erweiterung des Gaswerkes
zusätzlich erschwerten und die Stadt finanziell am Ende war, entschloss
sich die Verwaltung, die Eigenerzeugung einzustellen und zur Kokereigasversorgung
überzugehen. Im Liefervertrag verpflichtete sich die
FGS, den Bedarf bis zu einer jährlichen Höchstmenge von zwei Mio.
Kubikmeter zu decken. Umgekehrt musste die Stadt ihren gesamten
Gasbedarf, mindestens aber 900.000 Kubikmeter jährlich von der FGS
beziehen. Zudem durfte sie kein Gas mehr selbst produzieren. Der
Preis richtete sich nach der Abnahmemenge: bei einer jährlichen Ab¬295