Full text : 75 Jahre Saar Ferngas AG

von  ursprünglich  150.000  Mark  jährlich  halbieren.  Die  Stadt  gab  aufgrund
  dieser  neuartigen  Konstellation  bei  der  Wirtschaftsberatung  der
Deutschen  Städte  AG  ein  "Gutachten  über  die  Selbstkosten  der  Stadt  Main%
für  Gas  ab  Gasbehälter  bei  Weiterbetrieb  in  eigener  Regie  b^iv.  bei  Be^ug  von
Ruhrgas"  in  Auftrag.  Die  Gutachter  empfahlen  die  Aufrechterhaltung
der  Eigenerzeugung  unter  Durchführung  verschiedener  Rationalisierungsmaßnahmen.145
  Dazu  gehörte  auch  die  Ausweitung  der  Erzeugungsmenge
  durch  Zusammenarbeit  der  Nachbarstädte  Mainz  und
Wiesbaden.146  Beide  Städte  brachten  im  April  1932  ihre  Gaswerke  in
die  "Kraftwerke  Mainz-Wiesbaden  AG"  ein,  da  die  Kommunen  schon
seit  längerer  Zeit  in  der  Elektrizitätsversorgung  zusammenarbeiteten.
Auf  der  einen  Seite  konnte  Wiesbaden  damit  die  notwendige  Modernisierung
  des  städtischen  Gaswerks  umgehen,  auf  der  anderen  Seite
konnte  Mainz  die  vorhandene  Kokerei  stärker  auslasten,  was  niedrigere
Erzeugungskosten  mit  sich  brachte.14'
Nachdem  mit  Wiesbaden  und  Mainz  die  beiden  größten  potenziellen
Abnehmer  aus  dem  Kreis  der  Interessenten  ausschieden,  stand  das
Projekt  Hekoga  vor  dem  Aus.  Dennoch  blieben  die  Verhandlungen  um
die  Belieferung  Hessens  nicht  ohne  praktischen  Wert.  Durch  den  Abschluss
  von  Demarkationsverträgen  mit  den  westdeutschen  Ferngasunternehmen
  wahrte  die  FGS  ihre  Position  in  der  deutschen  Ferngaswirtschaft,
  indem  sie  sich  die  Versorgung  der  linksrheinischen  Gebiete
sicherte.  Lakonisch  kam  die  FGS  in  ihrem  Geschäftsbericht  für  1931  zu
dem  Fazit:  "Das  Zustandekommen  dieses  Wertragswerkes  stellte  einen  ideellen
Erfolg  dar,  der  aber  noch  keine  praktischen  Ergebnisse  gezeitigt  hat"

145  StA  Mainz:  Abt.  70,  XV  5  f:  Gutachten  vom  14.10.1931;  Volksztg.  vom  16.  und
17.12.1929:  Der  Pachtvertrag  zwischen  Ruhrgas  A.G.  und  Stadt  Mainz;  Mainzer  Anzeiger
  vom  17.12.1929:  Die  Stadt  Mainz  und  die  Gasverträge;  Volksztg.  vom  27.5.  und
29.5.1931:  Der  Kampf  um  das  Mainzer  Gaswerk;  Frankfurter  Ztg.  vom  28.5.1931:  Die
Mainzer  Gasfrage
146  75  jg  (1932),  Nr.  20,  S.  385  f.;  Mainzer  Anzeiger  vom  14.1.1932:  Ferngas
ist  billiger  als  Eigengas;  Mainzer  Anzeiger  vom  5.2.1932:  Gasversorgung  Mainz  und
Hekoga  Verträge;  Mainzer  Anzeiger  vom  16.4.1932:  Wiesbadens  Gaszusammenschluß
mit  Mainz  1932  beantragten  die  Städte  Worms  und  Darmstadt  die  Auflösung  der  Hekoga;
  vgl.  Mainzer  Anzeiger  vom  12.1.1932:  Antrag  auf  Auflösung  der  Hekoga
14  Mainzer  Anzeiger  vom  16.4.1932:  Der  Zusammenschluß  der  Gaswerke;  Reitzel

(1970),  S.  62
148  StA  Sbr.  G  24/7189:  Geschäftsbericht  der  FGS  für  1931

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