Mio. Kubikmeter jährlich - von Anfang an in die Verhandlungen miteinbeziehen.129
Gleichzeitig brachte das Ministerium den Neubau einer
staatlichen Zentralkokerei ins Spiel. Zum anderen unterstützte Berlin
alle denkbaren Mittel, die eine Eingliederung des Saarbergbaus in die
reichsdeutsche Wirtschaft erleichtern konnten. Dazu zählte auch die
Veredelung der Saarkohlen zu Ferngas.
Das Handelsministerium machte seinen Einfluss vor allem gegenüber
den beiden überregionalen westdeutschen Ferngasunternehmen - RAG
und TGW - geltend. Offenbar erwiesen sich die in Betracht kommenden
Mengen der saarländischen Erzeuger im Vergleich zur westdeutschen
Gaswirtschaft als so gering, dass die Ruhrgaswirtschaft keine
ernsthafte Konkurrenz zu befürchten brauchte und deshalb auch kein
Interesse daran hatte, sich über die Vermittlungsvorschläge des Ministeriums
hinwegzusetzen.
Von Anfang an orientierten sich die Verhandlungen in zwei Richtungen:
die Abgrenzung der Versorgungsgebiete und die Festlegung von
Lieferabsprachen. Obwohl sich die Ruhrgaswirtschaft gegenüber einer
Demarkation der Versorgungsgebiete prinzipiell nicht abgeneigt zeigte,
lag sie mit ihren Vorschlägen bezüglich der Lieferabsprachen weit von
den Vorstellungen der saarländischen Gaswirtschaft entfernt: die Liefermengen
sollten nach ihren Vorstellungen sowohl in Hessen als auch
in Süddeutschland im Verhältnis eins zu zehn aufgeteilt werden. Dies
entsprach der Relation der Kohlen- und Kokserzeugung beider Industriegebiete
vor dem Ersten Weltkrieg. Stattdessen forderten die saarländischen
Hüttenvertreter eine dezidiert höhere Quote, ohne ihre
Forderung näher zu konkretisieren. Das Saargebiet - so die Begründung
des Direktors des Neunkircher Eisenwerkes Tgahrt - sei auf Süddeutschland
und Hessen als Absatzgebiete angewiesen, während die
Ruhr nach allen Richtungen expandieren könne.130
RAG und TGW brachten dann die Mainlinie als Demarkationsgrenze
in die Diskussion, machten aber zur Auflage, dass Mainz und Wiesbaden
von den westdeutschen Versorgern beliefert werden müssten. Für
das Gebiet südlich des Mains schlugen sie die Gründung einer gemeinsamen
Gesellschaft vor, an die die Saar 25 Prozent und erst nach einer
möglichen politischen Rückgliederung an Deutschland 50 Prozent des
Gasabsatzes liefern sollte.131 Die Versorgung Süddeutschlands blieb
^29 LA Sbr. Dep. 264 Nr. 2298: Gutachten: Ist die Saarkohle geeignet, die Grundlage
einer rationellen Gasfernversorgung zu bilden? SA Sbr. G 24/7101: Besprechung
Neikes und Warnke vom 7.2.1929
A Stadtverband Sbr. G-S/10: Besprechung vom 23.6.1928
^ A Stadtverband Sbr. G-S/10: Warnke an Lütke vom 26.7.1928; auch Saarbrücker
Ztg. vom 2.8.1928: Um die Verständigung in der süddeutschen Gasfernversorgung
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