Full text : 75 Jahre Saar Ferngas AG

Ziehungen.  Sie  klammern  aber  die  politischen  Prozesse  dieser  Transaktion
  ebenso  wie  die  Position  der  Öffentlichen  Hand  in  dieser  Frage
vollständig  aus.33
Versucht  man  den  Forschungsstand  zusammenfassend  zu  bewerten,
fällt  vor  allem  auf,  dass  nur  wenige  Arbeiten  der  in  der  Fragestellung
angesprochenen  Doppelrolle  des  Energieträgers  Gas  als  Lebensstoff
und  Wirtschaftsgut  gerecht  werden.  Unter  der  Voraussetzung,  dass  sich
die  Nutzung  und  Aneignung  des  Energieträgers  Gas  unter  sich  wandelnden
  gesellschaftlichen  Bedingungen  vollzieht,  müssen  die  wirtschaftlichen,
  politischen  und  technischen  Faktoren  Berücksichtigung
finden.  Eine  hierzu  erforderliche  interdisziplinäre  Herangehensweise,
die  in  ihrer  Untersuchung  eben  historische,  politologische,  ökonomische,
  naturwissenschaftliche  und  juristische  Aspekte  zusammenführt,
liegt  aus  unterschiedlichen  Gründen  nur  ganz  wenigen  Arbeiten  zugrunde.
  Entweder  besitzen  die  meisten  Untersuchungen  von  vornherein
  nur  einen  eingeschränkten  Erkenntnisanspruch  oder  sie  bedienen
sich  eines  bestimmten,  aus  einer  einzelnen  Wissenschaftsdisziplin  stammenden
  Methodeninstrumentariums.  Die  vorliegende  Arbeit  will  dieses
Muster  überwinden.

jjc  sfc

Der  weitgehende  Ansatz  der  Arbeit  sowohl  in  zeitlicher  als  auch  in  inhaltlicher
  und  methodischer  Hinsicht  macht  es  erforderlich,  wenn  irgend
  möglich  auf  Primärquellen  zurückzugreifen.  Die  Arbeit  stützt  sich
zum  großen  Teil  auf  die  Auswertung  der  sehr  umlangreichen  Bestände
der  Bundes-,  Landes-  und  kommunalen  Archive,  Firmenarchive  sowie
auf  einzelne  Protokolle  der  Stadt-  oder  Gemeinderatssitzungen.  Die
Bestände  des  Bundesarchivs  in  Koblenz  und  der  Abteilung  Potsdam
betrafen  sich  in  unserem  Untersuchungszusammenhang  die  NS-Zeit.
Der  Rückgriff  auf  Akten  des  Generalinspektors  für  Wasser  und  Energie,
  der  verschiedenen  Ministerien,  des  Statistischen  Reichsamts,  der
Reichsvereinigungen,  Reichs-  und  Wirtschaftsgruppen  sowie  der  Deutschen
  Arbeitsfront  ermöglichte  es,  insbesondere  für  die  zentralstaatlichen
  Ebene  ein  genaues  Bild  der  Entscheidungskompetenzen  während

33  Hellwig  (1954),  S.  99;  Bosch  (1954),  S.  90;  Kalpess  (1955),  S.  247  ff.;  Schuster
(1957/58),  S.  24  ff.;  Bellmann  (1957),  S.  201  f.;  Tine  (1957),  S.  38

27
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.