Hütten übernahmen die Verpflichtung, die Tagesmengen auf 24 Stunden
möglichst gleichmäßig verteüt zu liefern, jedoch täglich nicht mehr
als den 300sten Teil der Jahreshöchstmenge.115 Zur Belieferung von
Konzernbetrieben stand den Hütten die Benützung der der Ferngas
Saar GmbH unterstehenden Leitungen frei. Der Preis des Koksgases,
der zunächst bei vier Pfg. lag, wurde auf zwei Pfg. herabgesetzt.116
Irertrag mit der GBG
Obwohl das Aulgabenfeld der Ferngas Saar GmbH schwerpunktmäßig
in der überregionalen Versorgung bestand, befürchtete die GBG eigene
Absatzbereiche und -gebiete an die Ferngas Saar GmbH zu verlieren.
Gleichzeitig lag der GBG durchaus an der reibungslosen Arbeitsaufnahme
der saarländischen Ferngasgesellschaft, um gegenüber der
Ruhrgaswirtschaft nicht weiter ins Hintertreffen zu geraten. Dazu war
eine Voraussetzung, dass die Ferngas Saar GmbH auf das schon bestehende
Leitungsnetz der GBG zurückgreifen konnte, ohne dass sie in
bestehende Lieferverträge eingriff. Der Direktor der GBG, Goldschmidt,
bestand darauf, dass eine Konkurrenz zwischen Ferngas Saar
GmbH und GBG in den bereits von der GBG versorgten Gemeinden
zu unterbleiben habe. Ansonsten werde die GBG ihre überörtlichen
Leitungen der Ferngas Saar GmbH nicht zur Verfügung stellen.117
Der Vertrag zwischen Ferngas Saar GmbH und GBG regelte deshalb,
dass die GBG die in Frage kommenden Wegerechte an die Ferngas
Saar GmbH ab trat und die Leitungsnetze gegen eine Beteiligung an den
Selbstkosten zur Verfügung stellte. Weiterhin sagte die GBG zu, das
Gas für den preußischen Teil des Saargebiets ausschließlich von der
Ferngas Saar GmbH zu beziehen, so weit die Gasversorgung nicht aus
eigenen Erzeugungsquellen vorgenommen würde. In den von der GBG
dominierten Versorgungsgebieten enthielt sich umgekehrt die Ferngas
Neunkircher Hütte 32,0 Mio. 25,0 Mio.
Völklinger Hütte 3,5 Mio. 1,5 Mio.
Burbacher Hütte 13,5 Mio. 30,0 Mio.
110 Nur die Dillinger Hütte zeigte kein Interesse, sich an der Ferngasgesellschaft zu
beteiligen. Da sie sich auf die Herstellung von Blechen konzentrierte, war auch der
spezifische Kohleverbrauch je Tonne Rohstahl höher als in anderen Stahlunternehmen.
Überschüssiges Koksgas sollte deshalb zunächst zur Substitution von Kohle dienen.
Nur falls die FGS sich bereit erkläre, einen entsprechenden Gasometer zu errichten,
könne das nicht genutzte Sonntagsgas in Höhe von zwei bis drei Mio. Kubikmeter
jährlich abgegeben werden; SA Sbr. G 24/7101: Dillinger Hütte an Neikes vom
10.1.1929
1 ^ Stadtwerke Vkl. Vertragsakte Saar-Ferngas: Vertrag FGS-Hütten vom 27.6.1929
^ ^ LA Sbr. 564/2298: Besprechung vom 27.10.1928
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