Full text : 75 Jahre Saar Ferngas AG

und  GBG)  untereinander  regeln  sollten,111  Dazu  gehörten  der  Gesellschaftsvertrag,
  der  Hüttenvertrag,  ein  Vertrag  mit  der  GBG  sowie  ein
Vertrag  der  Öffentlichen  Hand
Gesellschaftsvertrag
Laut  Gesellschaftsvertrag  lag  der  Geschäftszweck  des  Unternehmens
im  "Erwerb,  Beschaffung  und  Sammlung  von  Gas  aus  Ergeugungsstätten  des
Saargebietes,  Eortleitung  und  Veräusserung  dieses  Gases,  Errichtung  Erwerb,
Pachtung  und  Betrieb  der  gur  Durchführung  dieser  Zwecke  dienenden  Anlagen,
Beteiligung  an  anderen  Unternehmungen  mit  gleichen  oder  ähnlichen  Zwecken  ".112
Das  Gesellschaftskapital  betrug  zunächst  eine  Mio.  Frs.  Geschäftsanteile
  durften  nur  mit  Dreiviertel-Mehrheit  veräußert  werden.  Organe
der  Gesellschaft  waren  die  Geschäftsführung,  der  Aufsichtsrat  und  die
Gesellschafterversammlung.

Hüttenvertrag

Obwohl  innerhalb  der  Hütten  nach  deren  eigener  Einschätzung  die
Voraussetzung  bestand,  nach  einer  Übergangszeit  von  etwa  zwei  Jahren
der  Ferngas  Saar  GmbH  jährlich  85  Mio.  Kubikmeter  und  nach  einer
weiteren  Frist  bis  zu  280  Mio.  Kubikmeter  Gas  jährlich  zur  Verfügung
zu  stellen,  widersetzten  sie  sich  einer  entsprechenden  vertraglichen
Festschreibung.  "Man  könne",  so  der  Generaldirektor  der  Völklinger
Hütte  Rodenhauser,  auf  einer  Besprechung  im  November  1928,  "auch
nicht  verlangen,  dass  sie  Gas  %ur  Verfügung  stellten,  dessen  Abnahme  nicht  gewiss
sei“.n3  Auf  der  anderen  Seite  musste  die  Ferngasgesellschaft  mit  festen
Liefermengen  kalkulieren,  wenn  sie  mit  den  Vertretern  benachbarter
Versorgungsgebiete  verhandeln  wollte.  Nach  langwierigen  Verhandlungen
  kam  folgender  Kompromiss  zustande:  Zwischen  dem  1.  April  und
dem  31.  Dezember  1929  sollten  die  Hütten  insgesamt  50  Mio.  Kubikmeter,
  danach  weitere  58,5  Kubikmeter  Kokereigas  bereitstellen,114  Die

Zur  Einigung  zwischen  den  Interessengruppen  vgl.  auch  Saarbrücker  Landesztg.
vom  8.6.1928:  Die  Ferngasversorgung  des  Saargebiets;  Saarbrücker  Ztg.  vom  8.6.1928:
Ferngasversorgung  aus  dem  Saargebiet;  Frankfurter  Kurier  vom  1.8.1928:  Saargebiet
und  Ferngasversorgung  Süddeutschlands;  GWF,  71.  Jg.  (1928),  31.  Heft,  S.  767  f.;
Handelsblatt  des  Berliner  Börsen-Courier  vom  21.11.1928:  Ferngasprojekte  im  Saargebiet;
  Cartellieri  (1929),  S.  7
112  a  Stadtverband  Sbr.  G-S/ll:  Gesellschaftsvertrag
A  Stadtverband  Sbr.  G-S/ll:  Besprechung  vom  10.11.1928
Die  Jahresleistungen  von  50  beziehungsweise  zusätzlichen  58,5  Mio.  Kubikmeter
waren  aufgeteilt  auf  die  vier  Hütten:
Haiberger  Hütte  1,0  Mio.  2,0  Mio.

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