wie Hamburg.18 Infolge des vielfach anzutreffenden Kapitalmangels der
Kommunen entsprächen die Gaswerke i.d.R. auch nicht mehr dem
neusten Stand der Technik.
Nach den Plänen des Ruhrbergbaus sollte die Gaslieferung zunächst
von einzelnen Bergbaugebieten aus erfolgen, später sollte dann eine
große Ringleitung sämtliche Gaslieferanten und Verbraucher in ganz
Deutschland zusammenschließen. Im rheinisch-westfälischen Industriegebiet
war eine Gassammelleitung zwischen Hamborn bei Duisburg
und Hamm projektiert, in die sämtliche in Frage kommenden Zechen
Gas einleiten sollten. Am Ende dieser Sammelleitung wurde das
Gas in einer Reinigungsanlage aufbereitet und in Druckstationen zum
Transport bis in eine Entfernung von 500 Kilometern komprimiert.
Von Hamm ausgehend sah das Hauptverteilungsnetz folgende Linienführung
vor:
^ eine Leitung über Bremen, Hamburg, bis nach Kiel
^ eine Leitung, die über Hannover, Braunschweig, Magdeburg,
nach Berlin und eventuell von hier aus nach Stettin führt
^ eine Leitung, die über Kassel, Thüringen nach Sachsen läuft,
um hier und im weiteren Verlauf von den oberschlesischen,
niederschlesischen und sächsischen Bergbaugebieten mit Gas
gespeist zu werden
eine Leitung, die den Rhein entlang nach Hessen, Baden, Württemberg
und Bayern führt.
Eine später vom Saargebiet ausgehenden Querleitung über Mannheim,
Leipzig, Berlin, Hamburg, die in Zwickau Anschluss an die sächsischen
Kokereien erhalten sollte, hätte sämtliche Hauptstränge zu einem großen
Ringsystem vereinigt.19
18 Aktiengesellschaft (1927), S. 39; Pott (1935), S. 246
19 Jakob (1927), S. 255; Aktiengesellschaft (1927), S. 47; Bolz (1927), S. 276; Häringslack
(1927), S. 8 f.; Heukeshoven (1928), S. 16; auch: Frankfurter Ztg. vom 17.1.1927:
Die Ruhrgas-Fernversorgung; Berliner Tagblatt vom 14.6.1927: Deutsche Grossgasversorgung
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