Gerätetechnik ausführlichen Raum schenkt, bleiben wirtschaftliche und
juristische Aspekte oder gar die politische Durchsetzung unterschiedlicher
Versorgungsmodelle ausgeklammert. Ebenso wie der Arbeit von
Harald Classen über die Gaswirtschaft im Essener Raum, dem als Sitz
der Ruhrgas AG eine weit über die eigentlichen Stadtgrenzen hinausreichende
Bedeutung innerhalb der nationalen Gasversorgung zukommt,
stammen beide Untersuchungen zudem aus den Jahren 1963 beziehungsweise
1958, sodass sie den Übergang von der Kokerei- zur Erdgaswirtschaft
nicht mehr berücksichtigen konnten.
Gerade Fragestellungen, die einen bestimmten Energieträger und dessen
politische Durchsetzung in den Mittelpunkt stellen, müssen historische,
ökonomische, naturwissenschaftliche, juristische und nicht zuletzt
politologische Aspekte einbeziehen, wollen sie dem Untersuchungsgegenstand
gerecht werden. Leider gibt die wissenschaftliche Forschung
über die Gaswirtschaft ein schlechtes Beispiel für eine fächerübergreifende
Herangehensweise ab.
Nur wenigen, erst in der jüngeren Vergangenheit erschienenen Jubiläumsschriften
und Unternehmenschroniken gelingt es erfolgreich,
auch nach den gesellschaftlichen Faktoren zu fragen, die etwa den lokalen
Gaswerksgründungen vorausgingen.* 8 Qua definitione bleiben solche
Jubiläumsschriften aber i.d.R. auf den örtlichen Rahmen beschränkt,
sodass sie die allgemeinen, d.h. auf regionaler beziehungswiese
nationaler Ebene stattfindenden energiewirtschaftlichen Entwicklungen
nicht oder nur unzureichend berücksichtigen (können). Lediglich
einigen Chroniken gelingt es, den Bogen von den Anfängen der Gaswirtschaft
bis zur Erdgasversorgung unserer Tage zu spannen und dabei
die lokale Entwicklung in das allgemeine energiewirtschaftliche Um¬Vgl.
Classen (1958); Körting (1963); das gleiche gilt für die Arbeit von Thau (1935);
die Arbeit von Classen verdient aber insofern Respekt, als es ihm gelingt, die Entwicklung
des Gaswirtschaft in so genannten Entwicklungsstufen zusammenzufassen, welche
ich in abgewandelter Form in meiner Arbeit übernommen habe.
® Aus der Vielzahl der Arbeiten seien erwähnt die Chroniken für Bremen (1954),
Dortmund (1982), Aachen (1988), Düsseldorf (1992) sowie die Arbeiten von Ebert/Ehlert
(1992) über Essen, von Koppen (1979) über Krefeld sowie von Schmidt
(1972) über Elberfeld-Barmen; zusammenfassend Geitmann (1920) und Wehrmann
(1958); mit Schwerpunkt auf der Preispolitik le Coutre (1914)
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