träge die Auslastung der Anlage erhöht wurde, konnte das Bouser
Gaswerk noch im Verlaufe des Ersten Weltkrieges Gewinne verzeichnen.15
Wie schon in der Bürgermeisterei Schwalbach, wo es der GBG gelang,
zunächst ein sich über mehrere Gemeinden und Bürgermeistereien
erstreckendes Versorgungsgebiet aufzubauen und in einem zweiten
Schritt die Gasversorgung durch die Aufgabe der kommunalen Eigenerzeugung
in benachbarten Städten und Gemeinden auf leistungsstarke
Zentralen zusammenzufassen, plante die Berliner Gesellschaft weitere
regionale Stützpunkte.176
Ein zweiter Standort, der in den strategischen Überlegungen der GBG
eine wichtige Rolle spielte, war das Gaswerk Völklingen. Die Berliner
Firma plante, von hier aus in sämtlichen zur Bürgermeisterei Völklingen
gehörenden Gemeinden mit zusammen 12.000 Einwohnern, ferner der
Bürgermeisterei Püttlingen, dem Köllertal, der Bürgermeisterei
Ludweiler und den Ortschaften Kleinrosseln und Großrosseln eine
Gasversorgung aufzubauen; sie zog sogar in Erwägung, das Gaswerk
Bous stillzulegen und die Bürgermeistereien Bous und Wadgassen von
Völklingen aus zu versorgen. Die GBG hielt angesichts solcher Rechenspiele
einen Jahreskonsum von fünf Mio. Kubikmeter für denkbar.
Der Gemeinde Völklingen prophezeite die Gesellschaft hervorragende
Erfolgsaussichten: "Durch die Steigerung der Gasproduktion auf die vierfache
Höhe der bisherigen und durch eine intensive Wirtschaft, lässt sich der Reinertrag
des Völklinger Werkes gang erheblich steigern. Die Steigerung wird derart sein,
dass die Gemeinde \/ölklingen durch die Beteiligung mit 50 % gang wesentlich höhere
Mehreinnahmen ergielt als bisher, dabei werden ihr die sonst mit dem Betriebe
eines Gaswerkes verbundenen 1msten abgenommen".r
Dritter Schwerpunkt einer zentralen Gasversorgung sollte nach den
Vorstellungen der GBG Dudweiler sein. Vom dortigen Gaswerk beabsichtigte
sie, neben Dudweiler und dem gesamten Sulzbachtal, auch
Fischbach und mehrere Gemeinden der Bürgermeistereien Heusweiler
und Sellerbach zu beliefern, zumal dort 1906 ihre Bemühungen gescheitert
waren, ein eigenes Gaswerk zu errichten. Nachdem die GBG
^ ^ Saar-Ztg. vom 1.8.1938: Das Bußer Gaswerk; im November 1921 machte die
Bürgermeisterei Schwalbach von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch, das Gaswerk ging
mit allen Anlagen zum 1. August 1922 in kommunales Eigentum für einen Buchwert
von 7,5 Mio. (Papier-)Mark über. Die Betriebsführung verblieb aber laut Vertrag vom
9.6.1922 bei der GBG; vgl. auch Ney (1929), S. 30; Saarbrücker Ztg. vom 8.10.1935:
Bürgermeisterei Schwalbach: Die Entwicklung der Gemeinden; Saar-Ztg. vom
2.8.1938: Das Ende des Bußer Gaswerks; Bous (1952), S. 156
A Stadtverband Sbr. G-S/2: Gutachten Wahl vom 27.2.1929
177 StA Vkl. AR Fach 13 Nr. 18 E Technisches Büro der BAMAG vom 6.5.1911
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