Die Gaswirtschaft stellt zum
einen ein Stück Industriekultur
dar. Ähnlich wie Wassertürnie,
Bergwerke, Eisenhütten
oder Arbeitersiedlungen
gelten Gaswerke, Gasbehälter
und Gaslaternen als Symbol
der Industrialisierung. Zum
anderen bildet die Gasversorgung
eine tragende Säule der
Kommunalwirtschaft und demonstriert
den Aufbruch der
Städte und Gemeinden in die
Moderne. Dabei boten die
Kommunen den Bewohnern
zunächst die öffentliche
Dienstleistung „Beleuchtung“
als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge
an.
Gerade in der Saarregion, die
im Mittelpunkt der Studie
steht, erlangte die Gasversorgung
infolge der Existenz
zahlreicher Großbetriebe, der
relativ hohen Bevölkerungsdichte
und der Steinkohlevorkommen
schon im 19. Jahrhundert
große Verbreitung.
Der Steinkohlevergasung im
19. Jahrhundert folgte dabei
die Kokereigasversorgung, die
ab den 70er-Jahren von der
Erdgasversorgung unserer
Tage abgelöst wurde.
Der Autor berücksichtigt in
der vorliegenden Untersuchung
nicht nur die technischen
Veränderungen innerhalb
der Gasbranche, sondern
ebenso die wirtschaftlichen,
politischen und rechtlichen
Rahmenbedingungen, vor deren
Hintergrund sich die Gaswirtschaft
entfaltete. Breite
Berücksichtigung findet auch
die Darstellung der oftmals
divergierenden öffentlichen
und der privatwirtschaftlichen
Interessen. Diese spiegeln
sich auch über viele Jahrzehnte
in der Entwicklung
der Saar Ferngas AG wider,
welche 1929 gegründet wurde
und im Jahre 2004 ihr
75-jähriges Bestehen feiern
konnte. Die Unternehmensgeschichte
wird dabei in den
Rahmen der nationalen und
regionalen Energiepolitik gestellt.