(GBG) mit der Stadt Saargemünd am 25./26. September 1912 einen
Vertrag über die Lieferung von Kokereigas abschloss. Die Haiberger
Hütte zeigte sich jedoch außerstande, zusätzlich zu den vereinbarten
Mengen für Saargemünd an Saarbrücken zu liefern. In der Zwischenzeit
ergab sich, dass auch die Völklinger Hütte Kokereigas für Gasversorgungszwecke
zur Verfügung stellen konnte. Vor diesem Hintergrund
schloss die Stadt Saarbrücken mit der GBG am 22. August 1913
einen so genannten Gasaustauschvertrag ab. In diesem Vertrag verpflichtete
sich die Stadt, von ihrer Bezugsmenge von der Haiberger
Hütte vier Mio. Kubikmeter pro Jahr für die Belieferung von Saargemünd
frei zu machen, während die GBG sich ihrerseits bereit erklärte,
vier Mio. Kubikmeter von der Völklinger Hütte nach Saarbrücken zu
liefern.131 Zu diesem Zweck verlegte die GBG eine 200 Millimeter
dicke Hochdruckleitung zwischen der Völklinger Hütte und dem
Gaswerk Malstatt.132 Nach Abschluss der Arbeiten stellte auch das
Gaswerk Malstatt-Burbach seinen Betrieb ein. Für den Fall von
Lieferunterbrechungen von der Völklinger Hütte erklärte sich die GBG
bereit, das Gaswerk Völklingen betriebsbereit zu halten. Somit dürfte
ab 1913 Saarbrücken vollständig mit Kokereigas versorgt gewesen sein.
Mit Beginn des Ersten Weltkrieges sank auch in Saarbrücken der Gasabsatz
pro Kopf der Bevölkerung von 71,4 Kubikmeter (1914) auf 62,5
Kubikmeter (1915).133 Der Mangel an Kohlen und Petroleum führte jedoch
schon 1917 zu einem Mehrverbrauch vor allem von Leucht- und
Heizgas von 1,4 Mio. Kubikmeter, das entsprach einem Zuwachs von
17 Prozent.134 Die Versorgungsengpässe bei Kohlen und Petroleum
setzten sich auch nach Kriegsende fort, sodass sich viele Haushalte
trotz mehrfacher Tariferhöhungen zum Anschluss an die Gasleitung
entschlossen. Das Rechnungsjahr 1918/19 endete mit einem Zuwachs
von über 13 Prozent. Die Tariferhöhungen reichten jedoch nicht aus,
die steigenden Kohlenpreise auszugleichen. Hier machte sich insbesondere
negativ bemerkbar, dass der Stadtrat den Gaspreis jeweils erst mit
großer zeitlicher Verzögerung festlegte. Die Geschäftsjahre 1919 und
1920 schlossen deshalb mit einem Defizit.135 Obwohl 1921 die Gaspreise
wiederum von 1,15 Mark auf 21,10 Mark pro Kubikmeter erhöht
wurden, reichten 1922 sogar fünf Gaspreiserhöhungen nicht aus, die in¬^
StA Vkl. AR Fachl3/24: Gaslieferung der Völklinger Hütte durch GBG
l a Stadtverband Sbr. G-S/74: Bürgermeister von Völklingen an den Landrat vom
6.6.1922
l33 Bericht (1915), S. 46; Saarbrücker Ztg. vom 8.1.1916
Sbr. G 24/1846 a: Bericht über die städtische Verwaltung imjahre 1917
I33 StA Sbr. G 10/1845: Jahresberichte (1915/16-1924/25) der städtischen Betriebswerke
184