an Annehmlichkeiten und deshalb sein Grundstück an Wert verloren hat"}22
Wenn auch dem Begehren somit juristisch kein Erfolg beschieden war,
verstummten die Beschwerden keineswegs. Nach erneuten Eingaben
von Anwohnern im Mai 1908 beschloss der Stadtrat von St. Johann,
"eine weitere Ausdehnung des bestehenden Gaswerksbetriebes, welche den Zwecke
hat, die Lebensdauer %u verlängern, ist nicht beabsichtigt". Damit stand das
Ende des Gaswerks an der Dudweiler Straße bevor.* 123
Aus städtebaulichen, umweltpolitischen und Kapazitätsgründen lag somit
die Sdlllegung der kleinen, überwiegend veralteten Gaswerk und die
Zentralisierung der Gaserzeugung nahe. Schon 1898 existierten aus diesen
Gründen Pläne, etwa fünf Kilometer außerhalb des Stadtzentrums
in Jägersfreude ein großes Zentralgaswerk anzulegen. Die Erzeugungskapazität
war auf 18 Mio. Kubikmeter ausgelegt, was in etwa dem Dreifachen
des Gasverbrauchs der drei Saarstädte entsprach. Neben den in
der unmittelbaren Nachbarschaft der Grube Jägersfreude lagernden
Fettkohlenvorkommen verfügte der Ort auch über einen großzügigen
Eisenbahnanschluss zur Verschickung der Nebenprodukte.124
Doch in Anbetracht der erheblichen Investitionskosten, die mit dem
Neubau eines Zentralgaswerks verbunden gewesen wären, beschlossen
die Verwaltungen der Saarstädte, die Lösung der Gaswerksfrage auf die
Zeit nach der Städtevereinigung zu vertagen und die weitere Entwicklung
abzuwarten. 1908 betrauten die drei Städte eine Sonderkommission
aus den Bürgermeistern und je einem Vertreter der Städte mit der
Aufgabe, die städtischen Vermögenswerte, darunter auch die Versorgungseinrichtungen,
festzustellen.125
Im ersten Geschäftsjahr nach der Städtevereinigung 1909/10 nahm der
Gasverbrauch um 209.170 Kubikmeter auf 8.285.320 Kubikmeter zu;
der Zuwachs blieb hinter den Erwartungen zurück. Dies resultierte nur
zum Teil aus der schlechten wirtschaftlichen Lage und dem außerordentlich
milden Winter, hing aber auch damit zusammen, dass infolge
Preissenkungen für elektrisches Licht, des Wegfalls der Mieten für
Stromzähler und der erstmaligen Versorgung des Stadtteils Malstatt-Burbach
mit Strom viele Verbraucher ihren Gaskonsum einschränkten.
Der sinkenden Abgabe von Leuchtgas in den Stadtteilen Saarbrücken
und Malstatt-Burbach sowie an Motorengas stand jedoch die Zunahme
der Lieferungen an Koch- und Heizgas gegenüber.126 Somit waren die
Perspektiven für die nahe Zukunft abgesteckt: Einbußen bei der
^22jfG, 47. Jg. (1904), Nr. 46, S. 1036; generell auch Häringslack (1927), S. 102
123 StA Sbr. SJ 1401: Stadtverordnetenversammlung vom 14.6.1908
124 Saarbrücker Ztg. vom 28.11.1906
123 Malstatt-Burbacher-Ztg. vom 7.4.1908
126 Erster Bericht (1910), S. 115
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