verfügte zwischen 1904 und 1906 zwar über steigende Bruttogewinne,
die Schuldenlast von 711.000 Mark überstieg aber den Nettoreingewinn
um das Fünffache.
Vor allem die Saarbrücker Handelskammer machte sich seit 1905 für
eine Vereinigung der Saarstädte stark. Nur dann sei der schnellere Ausbau
der Infrastruktur (Bahn, Post, Bebauungsplan, Brücken, Handelshafen,
Kanalisation) gewährleistet sowie Kosteneinsparungen durch
Zusammenlegung der Betriebswerke zu realisieren. Für die Gaswerke
machte sie folgende Rechnung auf: "Da die Generalunkosten fast die gleichen
bleiben, ob ein Gaswerk / / 2 Million oder 1 1/2 Million Mark um setzt und auch
sonst der Großbetrieb ganz bedeutende I7erbilligung der Herstellungskosten bedingt,
so kann es keinem Zweifel unterliegen, daß ein Gaswerk für alle drei Städte einen
erheblich höheren Überschuß bringen könnte, der entweder durch Herabsetzung des
Gaspreises oder durch Erleichterung der städtischen Steuerkraft der Allgemeinheit
Zugute käme".112
Auch erkannte die Handwerkskammer Vorteile im Falle des Neubaus
eines Zentralgaswerkes. Die Aufwendungen für die Erneuerung aller
drei Werke überträfen die Aufwendungen für ein einziges Großgaswerk
erheblich. Neben der Reduzierung der Herstellungskosten erwartete sie
weitere Einsparungen durch die Zusammenlegung der Verwaltung, die
höhere Auslastung der Ofen, den einheitlichen Einkauf der Gaskohlen
sowie den gemeinsamen Vertrieb der Nebenprodukte Koks und
Teer.113 Intern schätzte man die möglichen Kosteneinsparungen auf
mehr als 78.000 Mark jährlich.114
Solche Berechnungen entsprachen jedoch meistens rein theoretischen
Überlegungen und setzten den Neubau eines Großgaswerks voraus.
Auch galt keineswegs als ausgemacht, dass ein größeres Gaswerk automatisch
niedrigere Herstellungskosten garantierte. So lagen die Erzeugungskosten
im Saarbrücker Gaswerk um einen halben Pfennig unter
denen des Gaswerks St. Johann, obwohl St. Johann fast doppelt so viel
produzierte.115 Ein Vergleich des Direktors des St. Johanner Gaswerks,
Hugo Tormin, brachte den Nachweis, dass Erzeugungsmenge und Be-119
Saarbrücker Ztg. vom 28.11.1905: Die Verhandlungen über die Vereinigung der
Saarstädte in der Handelskammer Saarbrücken; erstmals abgedruckt in: Saarindustrie
und Handel, Organ der Handelskammer und der wirtschaftlichen Vereine im Saargebiet,
Jg. 1905, Nr. 47; auch Ruppersberg (1914), S. 233; Wacker (1991), S. 305 f.
StA Sbr. MB 515: Bericht der Finanzkommission vom 27.11.1907; AS 576: Meine
Vorschläge betreffend Städtevereinigung
^ ^ Saarbrücker Ztg. vom 15.12.1905: Die Ersparnisse bei Zusammenlegung der Gaswerke
der drei Saarstädte
Saarbrücker Ztg. vom 16.11.1906
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